Cyberkrieg gegen Ukraine: Neue Erkenntnisse zur Gamaredon-Gruppe

Logobild: Palo Alto Networks

Unit 42, das Forschungs- und Beratungsteam von Palo Alto Networks, geht davon aus, dass sich der parallel zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgetragene Cyberkonflikt in den nächsten Monaten markant weiterentwickeln wird. Die IT-Security-Forscher von Unit 42 haben die Aktivitäten der Hackergruppe Gamaredon bereits seit längerem beobachtet.

Massenausreise führt zu IT-Fachkräftemangel in Russland

Viele IT-Spezialisten haben Russland den Rücken gekehrt (Symbolbild: Pixabay/Geralt)

Die dem Beginn des Kriegs gegen die Ukraine folgende Massenausreise russischer IT-Spezialisten hat nach offiziellen Angaben zu einem gravierenden Fachkräftemangel im Land geführt. Die Höhe des Bedarfs werde von Experten auf etwa 170.000 geschätzt, dabei seien insgesamt in der Branche etwa eine Million Menschen beschäftigt, sagte Russlands Vize-Innenminister Igor Subow auf einer Sitzung des Föderationsrats, dem russischen Oberhaus des Parlaments.

Cern schlägt der Zusammenarbeit mit Russland und Belarus den Sargnagel ein

Der Haupteingang des Cern (Bild Brücke Osteuropa/CC BY-SA 3.0)

Die europäische Organisation für Kernforschung (Cern) mit Sitz in Genf will der Zusammenarbeit mit Russland und Belarus aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ein Ende setzen. Gemäss Mitteilung der renommierten Forschungseinrichtung hat der Cern-Rat beschlossen, die Kooperationsabkommen nach ihrem Auslaufen im Jahr 2024 nicht mehr zu erneuern. Die 23 Mitgliedsstaaten der Organisation hatten den Beobachterstatus Russlands bereits im März sistiert.

Hacker nehmen russische TV-Website ins Visier

Hacker bei der Arbeit (Symbolbild: Pixabay/Genesys)

Unbekannte Hacker nutzten den gestrigen Sonntag dazu, die TV-Website des staatlichen russischen Fernsehens zu hacken und eine Botschaft gegen den Krieg in der Ukraine darauf zu platzieren. So stand etwa auf dem Streamingportal Smotrim.ru gestern neben Fotos von Zerstörung in der Ukraine auch der Satz "Putin vernichtet Russen und Ukrainer! Stoppt den Krieg!" zu lesen, wie zahlreiche Internetnutzer berichteten.

Microsoft fährt Geschäft in Russland herunter

Microsoft fährt Aktivitäten in Russland zurück (Bild: Hemmerlein/CC BY-SA 3.0)

Der US-IT-Konzern Microsoft fährt seine Aktivitäten in Russland deutlich herunter. Das gab der Windows-Anbieter am gestrigen Mittwoch bekannt und schliesst sich damit anderen Grosskonzernen wie Apple, Nike, SAP oder Dell an. Wie genau die Einschnitte ausfallen, wollte ein Firmensprecher auf Anfrage nicht sagen. Microsoft will demnach bestehende Verträge weiterhin erfüllen.

US-Aussenministerium lanciert Online-Plattform zu russischen Kriegsverbrechen

US-Aussenminister Antony Blinken (© Secretary of Blinkens Office Department)

Das US-Aussenministerium hat die Bildung einer neuen Einheit zur Untersuchung russischer Kriegsverbrechen in der Ukraine angekündigt. Die Stelle soll Beweise für von Russland verübte Kriegsverbrechen und andere Gräueltaten in der Ukraine erfassen, analysieren und allgemein zugänglich machen, teilte das Ministerium mit. Die Informationen sollen demnach aus öffentlichen und kommerziell verfügbaren Quellen wie Internetplattformen und Satellitenbildern stammen und für zivil- und strafrechtliche Verfahren aufbereitet werden.

Weltgrösster Drohnenhersteller DJI setzt Geschäft mit Moskau und Kiew aus

Drohnenbeispiel: Mavic 3 von DJI (Bild: zVg)

Der chinesische Konzern DJI, der als weltgrösster Hersteller von industriellen und privaten Drohnen gilt, setzt seine Geschäftstätigkeit in Russland und der Ukraine gemäss Mitteilung aus. Der Hightech-Riese mit Zentrale im ostchinesischen Hangzhou überprüfe intern die Erfüllung von Anforderungen in den verschiedenen Jurisdiktionen, heisst es in der auf der Firmenwebsite veröffentlichten Meldung. Währenddessen stelle man die geschäftlichen Aktivitäten in Russland und der Ukraine "vorübergehend" ein.

Russland büsst Google wegen Youtube-Videos zur Ukraine

In Russland gebüsst: Google

Google muss in Russland eine Strafe von elf Millionen Rubel (126.000 Euro) zahlen, weil es laut Ansicht der russischen Behörden angebliche Fake-Inhalte über den Krieg in der Ukraine nicht entfernt habe. Damit macht Russland wahr, was es dem Internetkonzern seit Wochen wegen der Verbreitung von "unrichtigen Informationen" androht.

Russland könnte wirtschaftliche Schäden von Sanktionen des Westens mit Cybererpressung ausgleichen

Symbolbild: BFH

Beim Angriff Russlands auf die Ukraine hat der Kreml bisher nur begrenzt Cyberattacken eingesetzt. Doch das könnte sich bald ändern. Ziel wären unter Umständen aber Einrichtungen im Westen, um die finanziellen Schäden durch die verhängten Sanktionen auszugleichen. Zumindest warnen Experten eindringlich davor, dass Hacker im Auftrag Russlands versuchen werden, mit Cyberangriffen die Folgen der wirtschaftlichen Sanktionen zumindest teilweise auszugleichen.

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