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Das gegenseitige Verschicken und Teilen von Facebook-Postings wird zunehmend zu einer ernstzunehmenden Sicherheitsgefahr. Wie Norton in seinem aktuellen "Internet Security Threat Report 2013" aufzeigt, hat sich die Zahl von Betrugsversuchen und böswilligen Attacken auf der sozialen Online-Plattform im Laufe eines einzigen Jahres verdoppelt.

Auch das Risiko durch mobilen Schadcode ist im selben Zeitraum drastisch angestiegen: Die Übergriffe auf Handys und Tablets sind um 58 Prozent nach oben geklettert. Bei rund 32 Prozent davon steht dabei der Diebstahl von Informationen wie E-Mail-Adressen und Telefonnummern im Vordergrund.

"Von allen Daten, die wir online hinterlassen, sind jene auf Smartphones und auf Social-Media-Communitys die interessantesten für Hacker", stellt der Security-Experte Martin Penzes klar: "Wer sich hier Zugriff verschaffen kann, weiss, wann und wo sich ein User aufgehalten hat, mit wem er telefoniert hat und was in seinen E-Mails oder Notizen steht." Unter Umständen würden die Übeltäter so auch an Pincodes und Kreditkartendaten herankommen. Dass Cyber-Kriminelle ihre Machenschaften zunehmend auf diese Kanäle verlagern, sei deshalb keine grosse Überraschung. "Smartphone-User können sich aber mit Security-Programmen, die beispielsweise eine ferngesteuerte Löschfunktion bieten, gegen das Auslesen ihrer Daten wehren", betont Penzes.

Im Vergleich der unterschiedlichen Handy-Betriebssysteme schneidet iOS deutlich besser ab als Android. Interessanterweise stehen die von Norton registrierten Angriffe aber nicht in Zusammenhang mit Sicherheitslücken. So gab es bei Apple-Geräten zwar die meisten Schwachstellen, aber nur einen Schadcode. Android hingegen wies weniger Sicherheitslücken auf, wurde aber im Laufe des Jahres 2012 mit insgesamt 103 verschiedenen Schadcodes wesentlich häufiger attackiert. "Die Gründe für diesen rasanten Anstieg sind zum einen der hohe Marktanteil des Betriebssystems und damit die grösste User-Basis", heisst es im vorgelegten Bericht.

Als aktuell gefragtesten Schadcode nennt das Sicherheitsunternehmen sogenannte "Erpressersoftware". Hierbei nutzen Angreifer manipulierte Webseiten, infizieren die Computer von Besuchern und blockieren deren Rechner unter einem Vorwand. Anschliessend verlangen sie Lösegeld, um diese wieder freizuschalten. Hoch im Kurs ist auch das so genannte "Malvertisement", bei dem Kriminelle Werbeplätze auf seriösen Webseiten kaufen und ihren Schadcode in der Werbung verstecken - das blosse Betrachten reicht aus, um einen Rechner zu infizieren.

Im Nachbarland Deutschland ist besonders der Umstand bedenklich, dass der Norton-Bericht die Bundesrepublik im Bereich der Cyber-Gefahren auf die Spitzenplätze reiht. Als Ursprungsland für Phishing-Webseiten und bei webbasierten Angriffen belegt es demnach den ersten Platz in Europa. Im weltweiten Vergleich liegt Deutschland bei Phishing-Hosts auf dem zweiten Platz - hinter den USA. Innerhalb von Europa wird ausserdem in Deutschland am zweithäufigsten Schadcode verbreitet, nur Grossbritannien wird von den Experten als grössere "Virenschleuder" ausgemacht.