Schmale Ackerstreifen statt riesiger Monokulturen als künftige Vision (Bild: Mark Airs)

Felder, auf denen vermeintlich bis zum Horizont Weizen oder andere Feldfrüchte wachsen, soll es laut Lazaros Nalpantidis von der Dänischen Technischen Universität (DTU) künftig nicht mehr geben. Sie benötigen mehr Pestizide und Fungizide als kleine Felder, auf denen unterschiedliche Arten wachsen. Die Biodiversität soll somit wiederhergestellt werden. Der Experte leitet das Projekt "Sava", das Agrarroboter entwickelt, die auf kleinen Flächen autonom arbeiten.

"Bis heute haben wir die Äcker an unsere Landmaschinen angepasst, sie also immer grösser gemacht. Aber mit der Robotertechnologie können wir die Maschinen an die Äcker und die Bedürfnisse der Biodiversität anpassen", so so Nalpantidis. Damit will er den Monokulturen ein Ende bereiten, ohne dabei auf Gewinne und die gewohnten Ernteerträge zu verzichten.

Wenn Nalpantidis einen Acker sieht, erscheint vor seinem inneren Auge eine Flotte kleiner Roboter, die selbstständig alle Arbeiten erledigt, die heute noch der Bauer mit seinen Maschinen macht. Sie säen, entfernen Unkraut, prüfen, ob die Pflanzen von Schädlingen befallen sind, versprühen Pestizide und ernten. Zudem sind die Felder, auf denen sie arbeiten, in dieser Vision erheblich kleiner als die heutigen Zuschnitts.

"Wenn wir die Artenvielfalt verbessern wollen, müssen wir unsere Landwirtschaft ändern. In Dänemark werden 60 Prozent der Fläche des Landes landwirtschaftlich genutzt und die überwiegende Mehrheit der Felder sind Monokulturen, bei denen eine einzige Kulturpflanze auf grossen Flächen dominiert. Das schafft schlechte Bedingungen für die Artenvielfalt", weiss Nalpantidis.

Jetzt halten die Roboter langsam Einzug in die Landwirtschaft. Es gibt bereits Maschinen, die Unkraut entfernen - einschliesslich des Galirumi-Roboters, an dem die DTU beteiligt war - Pestizide versprühen und bestimmte Feldfrüchte ernten. Die Entwicklung schreitet schnell voran, dennoch gibt es noch sehr wenige Agrarroboter auf dem Markt. Laut Statistics Denmark nutzt nur ein Prozent der dänischen landwirtschaftlichen Betriebe selbstfahrende Maschinen oder Robotertechnologie.

Heutzutage bringen Roboter und selbstfahrende Maschinen hauptsächlich Kameras und LiDAR zum Einsatz - eine Lasertechnologie, die Entfernungen messen kann. Im Sava-Projekt werden zusätzlich Infrarotkameras eingesetzt, die Tiere und Menschen in der Umgebung besser erkennen können. Darüber hinaus werden sogenannte neuromorphe Kameras getestet, die nur registrieren, wenn sich etwas in der Umgebung ändert.

Während die besten Kameras etwa 120 Bilder pro Sekunde aufnehmen können, schafft eine neuromorphe Kamera bis zu eine Million Bilder pro Sekunde. Nalpantidis hofft, dass diese Technologie dazu beitragen kann, dass die Roboter deutlich schneller auf unvorhergesehene Hindernisse reagieren und anhalten, wenn beispielsweise ein Tier oder eine Person plötzlich vor ihnen auftaucht.

Roboter können das Erscheinungsbild der Felder grundlegend verändern. Da Agrarroboter in der Regel deutlich kleiner sind als herkömmliche Landmaschinen, lassen sie sich ohne Einbussen bei der Effizienz an kleinere Flächen anpassen. Das bedeutet, dass unterschiedliche Kulturpflanzen auf schmalen Streifen nebeneinander angebaut werden können, da die Roboter auf engstem Raum säen, giessen, sprühen und ernten.