EU und USA wollen Wettrennen um Mikrochip-Subventionen verhindern

Chip: EU und USA wollen Subventions-Wettrennen unterbinden (Symbolbild: Pixabay/Colinoob)

Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten wollen durch engere Zusammenarbeit ein Wettrennen um staatliche Förderung für Mikrochipproduktion verhindern. Sowohl die EU als auch die USA wollen in den kommenden Jahren Dutzende Milliarden für die Produktion von Halbleitern mobilisieren.

Deutschland will mit 14 Milliarden Euro weitere Chipkonzerne anlocken

Deutschland will weitere Halbleiterhersteller nach Deutschland locken (Symbolbild: Pixabay/Marijana1)

Die deutsche Regierung will mit 14 Milliarden Euro weitere Chipfirmen zu Investitionen in Europa und Deutschland bewegen. Das sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am gestrigen Donnerstag bei einer Veranstaltung der Familienunternehmer in Hannover. Der Halbleitermangel sei ein massives Problem, weswegen der Staat hier mit Milliardensummen helfe.

VW-Konzern setzt bei autonomen Fahren auf Qualcomm-Chips

VW setzt beim autonomen Fahren auf Qualcomm (Bild: Qualcomm)

Volkswagen verbündet sich bei der Entwicklung selbstfahrender Autos mit dem US-Chiphersteller Qualcomm. Demnach will VW einen speziell für das automatisierte Fahren entwickelten Chip von Qualcomm ab Mitte des Jahrzehnts in Fahrzeuge aller Marken des Konzerns einbauen. Der Vertrag habe eine Laufzeit bis 2031 und ein Volumen von mehr als 1 Mrd. Euro.

TSMC startet Serienproduktion für Drei-Nanometer-Chips ab Mitte 2023

Logobild:TSMC/Flickr

Der weltweit grösste Chipauftragsfertiger TSMC strebt noch in diesem Jahr den Wechsel auf N3 mit 3-Nanometer-Strukturen an, zu dessen ersten Kunden traditionell Apple gehört. Die ersten 3-nm-Prozessoren für den Retail-Markt dürften allerdings noch etwas auf sich warten lassen. Der N3-Prozess verkleinert die Transistoren verglichen mit dem 5-nm-Prozess N5 laut TSMC um bis zu 70 Prozent. Wahlweise steigt die Geschwindigkeit entsprechender Chips bei gleicher Leistungsaufnahme um 15 Prozent oder die Leistungsaufnahme sinkt bei gleicher Geschwindigkeit um 30 Prozent.

Chip-Hersteller legen deutlich zu

Symbolbild: Pixabay

Die Umsätze mit Halbleiterprodukten haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 im Vergleich zum Jahr davor um 26,3 Prozent zugelegt. Dies geht aus den Berechnungen der Marktforscher von Gartner hervor. Konkret beziffern die Researcher den Jahresumsatz demnach auf 595 Mrd. Dollar (rund 550 Mrd. Euro). Trotz oder gerade wegen der Chip-Krise wachsen die Erlöse stetig - zu hoch ist die globale Nachfrage bei einem verknappten Angebot.

Elf Milliarden Euro aus EU-Fonds für Spaniens Chipindustrie

Halbleiter: Spanien will eine wichtige Rolle spielen (Symbolbild: Pixabay/Chrisci)

Spanien will mit elf Milliarden Euro öffentlicher Investitionen zu einem der führenden Standorte für die Herstellung von Mikrochips und Halbleitern werden. Die Mittel sollen im Rahmen eines der strategischen Projekte zur Verfügung gestellt werden, die aus dem EU-Wiederaufbaufonds zur Überwindung der Pandemie finanziert werden. Dabei sollen mit öffentlichen Mitteln in strategisch wichtigen Bereichen der Wirtschaft umfangreiche private Investitionen ausgelöst werden.

Intel baut sein neues Mega-Chip-Areal in Magdeburg

Intel-Headquarters im kalifornischen Santa Clara (Bild:Intel)

Der US-Prozessoren-Riese Intel mit Zentrale im kalifornischen Santa Clara hat der ostdeutschen Stadt Magdeburg den Standortzuschlag gegeben, wo das neue Mega-Chip-Areal errichtet werden soll. Wie Intel-Chef Pat Gelsinger verkündet hat, würden 17 Milliarden Euro in den Bau zweier Halbleiter-Werke investiert werden. "Es wird die grösste Investition in der Geschichte Sachsen-Anhalts", erklärte dessen Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Sie werde das Land komplett umgestalten. Damit verhilft nach Tesla ein weiterer US-Konzern dem Osten Deutschlands zu neuer Blüte.

EU will 20 Prozent Weltmarktanteil bei Mikrochips erreichen

Symbolbild: Pixabay/Chrisci

Die Mitgliedstaaten der europäischen Union streben im Bereich der Mikrochip-Produktion bis 2030 einen Weltmarktanteil von 20 Prozent an. Wie aus einer im Rahmen des EU-Gipfels in Versailles verfassten Erklärung der Regierungs- und Staatschefes hervorgeht, stellen sie sich damit hinter ein entsprechendes Ziel der EU-Kommission. Diese hatte im Februar den sogenannten Chips Act vorgeschlagen, der verhindern soll, dass Europa weiter von anderen Regionen wie Asien oder den USA abgehängt wird.

Ukraine stellt Produktion des für Halbleiter wichtigen Neon ein

Für Herstellung von Halbleitern braucht man Neon (Symbolbild: Pixabay)

Daten des Forschungsunternehmens Techcet zufolge entfallen zwischen 45 und 54 Prozent der weltweiten Produktion von Neon Gas, das bei der Herstellung der Halbleiter benötigt wird, auf die beiden ukrainischen Firmen Ingas und Cryoin. Da diese Unternehmen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine den Betrieb eingestellt haben, könnte das die globale Halbleiterkrise weiter zuspitzen. Ingas etwa hat seinen Sitz in der besonders umkämpften Stadt Mariupol.

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