Die 65-Milliarden-Euro-Mine in Europas Schubladen

Allein 700 Millionen Smartphones verstauben in Europas Schubladen (Symbolbild: Pixabay/Pete Linforth/KI-Bild)

In ausgedienten Elektrogeräten und alter Unterhaltungselektronik in der Europäischen Union schlummern ungenutzte Rohstoffwerte von mehr als 65 Milliarden Euro. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der Boston Consulting Group (BCG) und der Initiative "Cradle to Cradle Electronics". Während die Industrie unter explodierenden Beschaffungspreisen, Halbleiterkrisen und den extremen Anforderungen des KI-Booms leidet, bleibt dieses gigantische Potenzial nach der Nutzung weitgehend unerschlossen.

Neues Verfahren macht Elektronikschrott zur Goldgrube

Ausgediente Mobiltelefone: Diese liefern billiges Gold (KI-Bild: Pete Linforth, pixabay.com)

Ein neues Recycling-Verfahren gewinnt in gerade einmal 20 Minuten aus Elektronikschrott von Mobiltelefonen 98 Prozent des darin enthaltenen Goldes - und das bei Zimmertemperatur und ohne den Einsatz gefährlicher und umweltfeindlicher Lösungsmittel. Die Methode haben Forscher des zur Chinesischen Akademie der Wissenschaften gehörenden Guangzhou Institute of Energy Conversion in Zusammenarbeit mit Kollegen der South China University of Technology entwickelt.

Mit Pflanzenöl Silber aus Elektronikschrott rückgewinnen

E-Schrott: Forscher machen diesen zur 'Silbermine' (Foto: pixabay.com)

Forscher der Universität Jyväskylä und der Universität Helsinki verwenden unbrauchbar gewordenes Pflanzenöl, zum Beispiel aus Imbissbuden, zur Gewinnung von Silber. Kombiniert mit einer wässrigen Wasserstoffperoxidlösung wäscht das Öl das Edelmetall ab, das in Elektro- und Elektronikschrott steckt.

Südafrika verbessert Elektroschrott-Management mit Unterstützung der Empa

Symbolbild:Flickr

Die Regierung von Südafrika hat im Sommer 2024 ein Strategiepapier zum Management von Elektroschrott herausgegeben, das in Zusammenarbeit mit der Empa erarbeitet wurde. Damit erlässt das Land erstmals einheitliche Richtlinien zur fachgerechten und sicheren Handhabung von Elektroabfällen. Die Zusammenarbeit sei Teil eines vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) finanzierten Programms, heisst es in einer Aussendung der Empa dazu.

Neuer Kunststoff verringert Elektronikschrott

Elektronik-Bauteile lassen sich jetzt wiederverwenden (Foto: pixabay.com, axonite)

Ob starre oder flexible Elektronik: Wenn sie ausgedient hat, ist sie Schrott und lässt sich nur mit hohem Aufwand recyceln. Bei der flexiblen Variante kündigt sich nun ein grundsätzlicher Wandel an. Forscher vom Massachusetts Institute of Technology (MIT), von der University of Utah sowie vom Facebook-Mutterkonzern Meta haben ein flexibles Material als Unterlage für Bauelemente entwickelt, das sich auflöst, sobald es nicht mehr gebraucht wird. Die Bauteile können anschliessend eingesammelt und wiederverwertet oder recycelt werden.

Last und Schatz von Elektronikschrott am Beispiel von Liechtenstein und Ghana

Elektronikschrott: Ghanesen arbeiten in Agbogbloshie bei Accra (© Marlene Napoli/ CC BY-SA 1.0)

Im Rahmen der Ausstellung "E-Waste - Last und Schatz" verweist das Küefer-Martis-Huus im liechtensteinischen Ruggell derzeit auf das unsichtbare Band zwischen Liechtenstein und Ghana, welches durch Handlungen in einer globalisierten Welt die Lebensräume, soziale Räume und Gesellschaftsstrukturen verändert. Die von Alberto Alessi kuratierte Ausstellung der Liechtenstein School of Architecture wurde im vergangenen Jahr an der 18. Architekturbiennale in Venedig gezeigt und ist nun bis zum 5.

International E-Waste Day: Unsichtbare Elektronik: unscheinbar, aber wertvoll

Symbolbild: iStock

Die einen piepsen, die anderen ticken oder brummen und wieder andere leuchten, blinken, flimmern oder vibrieren. Und der Rest? Den nimmt keiner wahr. Genau um diese Geräte, die gar nicht als elektrische oder elektronische Geräte erkannt werden, geht es am diesjährigen "International E-Waste Day". Dieser findet jedes Jahr am 14. Oktober statt.

Globaler Elektronikschrott-Berg wächst markant

Symbolbild: Pixabay/ Dokumol

Handys, TV-Apparate und andere mit Elektronik ausgestattete Geräte wie etwa Kühlschränke werden heutzutage zumeist schnell ausgetauscht und entsorgt anstatt repariert. Global gesehen wird dies zu einem immensen Problem, denn es wird viel zu wenig recycelt. Gemäss dem gerade veröffentlichten "Globalen E-Schrott Monitor 2020" wächst der Elektroschrott-Berg jedes Jahr deutlich an. 2019 waren es 53,6 Millionen Tonnen E-Schrott der anfiel. Dies entspricht einem Mehr von 21 Prozent im Zeitraum von fünf Jahren.

Swico lanciert Umwelt-Investitionsfond für Elektroschrott-Recycling

Symbolbild: Pixabay/ Dokumol

Der schweizerische IT-Wirtschaftsverband Swico will mit der Einrichtung eines Umwelt-Innovationsfonds künftig Projekte fördern, die das Recycling von Digitalgeräten effizienter, umweltschonender und ertragreicher machen. Denn die Recycling-Industrie von Elektronikschrott stehe unter enormem öffentlichen Druck.

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