Forscher der NYU Tandon nutzen dank Zeolith die Abwärme aus Fabriken zum Kühlen von Rechenzentren. Dieser saugt Feuchtigkeit aus der Luft an und speichert sie. Dabei kühlt das Material ab. Ein Luftstrom, der darüber streicht, verliert ebenfalls an Temperatur und lässt sich nutzen, um in die Kühlsysteme von Rechenzentren eingespeist zu werden. Der Zeolith wird in Form von kleinen Kügelchen eingesetzt, durch die sich Luft mit geringem Widerstand leiten lässt.
Sind die Poren der Kügelchen gesättigt, also randvoll mit Wasser gefüllt, müssen sie gegen trockenen Zeolith ausgetauscht werden. Regeneriert werden sie mit industrieller Abwärme. Dazu können sie durchaus über mittlere Entfernungen transportiert werden, ohne dass die Energiebilanz negativ wird, betonen die Forscher. Die Wärme treibe das Wasser aus den Poren. Das gelinge übrigens auch mit solarer Wärme.
"Der Strombedarf von Rechenzentren macht zwar noch immer nur einen kleinen Teil des gesamten US-Strommarktes aus, wächst aber schnell. Dies ist eine Gelegenheit, die Kurve zu knicken und eine viel nachhaltigere Zukunft anzustreben, die für alle Beteiligten von Vorteil ist", verdeutlicht Dharik Mallapragada. Er stellte die neue Kühllösung auf dem Preprint-Server "ChemRxiv" vor. "ChemRxiv" ist ein Preprint-Server, auf dem Forscher ihre Manuskripte vor der formellen Peer-Review veröffentlichen können, um Forschungsergebnisse sofort zu teilen.
Mithilfe detaillierter thermodynamischer Modelle hat das NYU-Team das Zeolith-System herkömmlichen Anlagen gegenübergestellt: ein Rechenzentrum, das mit einem Kompressionskühler gekühlt wird, und eine Industrieanlage, die Abwärme über Kühltürme abführt.
Das Team schätzt, dass das neue Kühlsystem den Gesamtstromverbrauch des Rechenzentrums für die Kühlung und der Industrieanlage um mehr als 75 Prozent senken kann, weil letztere auf Kühltürme verzichten kann. Allein für das Rechenzentrum lässt sich laut den Wissenschaftlern der Stromverbrauch für die Kühlung um bis zu 86 Prozent reduzieren.
Zum Begriff Zeolith:
Zeolithe sind kristalline Alumosilicate (Struktur aus Silicium, Aluminium und Sauerstoff), die als natürliche Minerale vorkommen oder synthetisch hergestellt werden.
