Logobildquelle: Anthropic

Das US-KI-Unternehmen Anthropic hat gegen das Pentagon einen wichtigen Etappensieg errungen. Eine kalifornische Bundesrichterin entschied, dass die Einstufung des Unternehmens als "Lieferketten-Risiko für die nationale Sicherheit" durch das US-Verteidigungsministerium ungerechtfertigt war und aufgehoben werden müsse.

Die Richterin Rita Lin kam zu dem Schluss, dass das Pentagon mit der Einstufung lediglich ein Exempel statuieren wollte. Grund dafür war die öffentliche Kritik von Anthropic an den Plänen der Regierung. Es gab laut Gericht keine fundierten Beweise dafür, dass Anthropic seine eigenen KI-Modelle sabotieren würde.

Kern des Konflikts ist, dass sich Anthropic strikt weigert, seine Technologie für Massenüberwachung oder in autonomen Waffensystemen freizugeben. Das Pentagon forderte hingegen die Rechte für "jede rechtmässige Nutzung“ und argumentierte, ein Privatunternehmen dürfe der Regierung keine Vorschriften machen.

Die Einstufung als Lieferketten-Risiko hatte existenzbedrohende Folgen für die Firma. Präsident Donald Trump hatte nämlich alle US-Bundesbehörden angewiesen, Anthropic-Software zu meiden. Zudem drohte Verteidigungsminister Pete Hegseth, dass auch private Rüstungsunternehmen sämtliche Verträge mit Anthropic kündigen müssten, wenn sie weiterhin Aufträge des Pentagons erhalten wollten. Diese weitreichenden Blockaden sind durch das Urteil vorerst vom Tisch.

Das Gericht betonte ausdrücklich, dass das Pentagon nicht gezwungen sei, Anthropic-Software zu nutzen. Das US-Militär dürfe legal auf alternative KI-Anbieter ausweichen.

Das Pentagon hat die Verwendung von Anthropic-KI bereits massiv heruntergefahren und plant, diese bis Ende September vollständig einzustellen.

Es ist noch unklar, ob die US-Regierung gegen die gerichtliche Entscheidung in Berufung gehen wird.