OpenAI-Hauptsitz im Pioneer Building in San Francisco (Bild: Haeb/CC BY-SA 4.0)

Bei der kalifornischen ChatGPT-Erfinderin OpenAI, an der Microsoft eine Milliardenbeteiligung hält, kommt es zu weiteren Abgängen aus der Teppichetage. So kündigte die populäre Technologiechefin Mira Murati, die im vergangenen November kurzzeitig zur Chefin von OpenAI ernannt worden, nachdem der Verwaltungsrat des KI-Entwicklers Altman überraschend hinaus gedrängt hatte, ihren Rückzug an, und auch Forschungschef Bob McGrew probt den Abgang.

Der Finanzdienst Bloomberg berichtete ausserdem, dass OpenAI den bisherigen Non-Profit-Status aufgeben wolle. Im Zuge des Umbaus könne Firmenchef Sam Altman einen Anteil von sieben Prozent an dem KI-Unternehmen mit Hauptsitz in San Francisco erhalten, so Bloomberg unter Berufung auf Insiderkreise. Bis dato hielt Altman noch keine OpenAI-Anteilscheine.

Ob es zwischen der organisationsrechtlichen Umgestaltung und den Manager-Abgängen einen Zusammenhang gibt, blieb offen. Murati schrieb auf der Online-Plattform X lediglich, sie wolle Zeit und Raum für eigene Forschungsarbeiten schaffen. McGrews Rückzug wurde von Altman selber bekanntgegeben.

Jedenfalls könnte die Umwandlung von OpenAI in ein Unternehmen, das sowohl auf das öffentliche Wohl als auch auf Profit ausgerichtet ist, für Investoren attraktive Anreize bieten. Mit der neuen Struktur würde nicht mehr beschränkt, wie viel Geldgeber mit ihrer Investition verdienen können, schrieb das "Wall Street Journal" (WSJ). OpenAI versucht gerade laut Medienberichten, von Investoren eine Geldspritze von bis zu 6,5 Milliarden Dollar zu bekommen.

Die Abgänge von Murati und McGrew sind keine Einzelfälle. Bereits im Mai verliess schon Chef-Forscher Ilya Sutskever, der eine Rolle bei Altmans Rauswurf gespielt hatte, OpenAI. Er hat inzwischen ein neues Startup, das hochintelligente KI-Software entwickeln will. Ein weiterer Mitgründer von OpenAI, der Forscher John Schulman, wechselte zur Konkurrentin Anthropic.