THInkPen: Hightech-Stift deckt Schreibschwächen bei Schülern auf (Foto: polimi.it)

Forscher des Politecnico di Milano und der Universität Mailand stellen mit ihrem Hightech-Stift "THInkPen" dank integrierter Sensoren frühzeitig Schreibschwierigkeiten und Dysgraphie bei Schülern fest. Der smarte Füller sammelt unbemerkt Daten, die repräsentativ für die Schreibfähigkeit sind - zum Beispiel über die Flüssigkeit der Bewegung, den Druck auf die Unterlage und die Neigung des Stifts.

Um herauszufinden, ob diese Daten ausreichen, um die Schreibfähigkeit von Kindern zu beurteilen, haben Experten der Universität Insubria 700 Kinder auf ihre Schreibfähigkeit getestet. Diese war zunächst auf klassische Weise ermittelt worden. Der Versuch mit dem "THInkPen" sollte zeigen, ob sich damit das gleiche Ergebnis erzielen lässt. Letztlich war es also ein Test, der viel leichter und umfassender einzusetzen ist als die klinische Bewertung.

Die Bewertung der Daten, die der Stift sammelte, erfolgte mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) und unterschied erfolgreich Schüler mit Schreibschwierigkeiten von denen, die hier keine Probleme hatten. Ausserdem fanden sich in den erhobenen Daten die Gründe für unterdurchschnittliche Leistungen, was den Weg für gezielte Interventionen ebnete.

"Der Einsatz von 'THInkPen' zur Analyse des gesamten Schreibprozesses könnte die frühzeitige Erkennung von Schreibschwierigkeiten in Schulen unterstützen und so die rechtzeitige und effektive Einleitung klinischer Massnahmen erleichtern", unterstreicht Simona Ferrante von der Politecnico di Milano.

Dieser Aspekt ist laut ihrem Kollegen Cristiano Termine von der Universität Insubria vor dem Hintergrund der wachsenden Nachfrage nach Leistungen der Kinder- und Jugendneuropsychiatrie und der daraus resultierenden langen Wartelisten "besonders relevant".