Logobild: Kapi

Der zweitgrösste Schweizer Telekomkonzern Sunrise plant eine umfassende Neuausrichtung seines Betriebsmodells. Wie das Unternehmen bekannt gegeben hat, soll im Zuge eines mehrjährigen Transformationsprogramms die Marktposition gestärkt, Innovationen beschleunigt und die Kostenbasis drastisch gesenkt werden. Für die Belegschaft hat dies potenziell einschneidende Konsequenzen: In einer ersten Phase wird der Abbau von bis zu 450 Vollzeitstellen evaluiert – was knapp 16 Prozent der gesamten Belegschaft entspricht.

Mit dem Umbau reagiert Sunrise auf den anhaltend starken Wettbewerb im Schweizer Mobilfunk- und Festnetzmarkt. Ziel sei es, Ressourcen gezielter auf das Kundenerlebnis, die Netzqualität und die operative Zuverlässigkeit auszurichten. Hierbei prüft der Konzern gemäss Unternehmenssprecher Rolf Ziebold sämtliche Geschäftsprozesse sowie den verstärkten Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und Automatisierung. Flankiert werden die Sparmassnahmen durch eine systematische Überprüfung von Zulieferverträgen sowie eine Effizienzkooperation im ländlichen Netzausbau mit dem Konkurrenten Salt.

Nicht alle Bereiche sind gleichermassen vom drohenden Stellenabbau betroffen. Mitarbeitende in den physischen Sunrise-Shops, im Vertrieb und im Kundendienst sollen weitgehend verschont bleiben; Lernende sind vollständig ausgenommen. Dennoch regt sich massiver Widerstand: Da Sunrise bereits Anfang 2026 rund 147 Stellen gestrichen hatte, summiert sich der potenzielle Jobabbau in diesem Jahr auf fast 600 Arbeitsplätze. Die Gewerkschaft Syndicom verurteilte die Pläne scharf und warf der Konzernleitung vor, die Belegschaft in einen "dauerhaften Ausnahmezustand“ zu versetzen. Ein offizielles Konsultationsverfahren mit den Arbeitnehmervertretungen ist für das vierte Quartal 2026 angesetzt.