Soziale Medien haben in allen Altersgruppen Einfluss darauf, wohin die nächste Urlaubsreise geht. Vor allem Millennials (30- bis 40-Jährige) lassen sich auf diese Weise beeinflussen. Sie begeistern sich an Bildern, die andere aus ihrem Urlaub posten und wollen genau das auch erleben. Am wenigsten beeinflussen lassen sich die Babyboomer, die älter sind als 60 Jahre. Diese suchen sich ihre Reiseziele überwiegend noch selbst ohne solchen Einfluss aus, wie eine Studie der University of Georgia zeigt.
"Wann immer wir etwas in den sozialen Medien posten, erwarten wir, dass unsere Mitmenschen positiv reagieren und Likes sowie Kommentare abgeben. Diese Erwartung, positives Feedback zu erhalten, bezeichnen wir als 'sozialen Ertrag', und wir praktizieren ihn in unserem Alltag, ohne es zu merken", unterstreicht Studienleiterin Sabrina Rahman.
In drei Studien hat das Team der University of Georgia, zu dem auch Bynum Boley gehört, mehr als 2.000 Teilnehmer aus vier Altersgruppen befragt: Babyboomer, Generation X (45 bis 60 Jahre), Millennials und Generation Z (15 bis 30 Jahre). Die Forscher wollten wissen, ob Menschen cool, beliebt und einzigartig wirken, wenn sie online über ihre Reisen berichten. Ausserdem wollten sie wissen, ob die Probanden aufgrund der gesehenen Beiträge dieselben Urlaubsziele besuchen würden.
Babyboomer fühlen sich von Beiträgen über Mainstream-Reiseziele wie Frankreich angezogen. Jüngere Generationen, insbesondere die Gen Z, tendieren zu weniger bekannten Zielen, heisst es in der Untersuchung. "Die Gen Z schwimmt nicht einfach mit dem Strom. Sie ist immer auf der Suche nach Neuem oder Abenteuern. Social-Media-Beiträge über ein konventionelles Reiseziel werden ihre Reisepläne nicht sonderlich beeinflussen", erklärt Rahman.
"Die Menschen schauen sich vor einer Reise auch Reise-Blogs, Beiträge und Bewertungen an. Wie attraktiv wir diese Reiseziele in den sozialen Medien finden, prägt unsere Reiseabsichten. Und je nachdem, welche positiven Rückmeldungen ich erhalte, kann diese Vorfreude uns manchmal dazu bewegen, bestimmte Orte zu besuchen", so Rahman. Ihre Studie liefert Erkenntnisse für Reisevermarkter, um generationsspezifische Segmentierungs- und Zielgruppenstrategien zu entwickeln, glaubt sie.
