Soziale Medien haben laut einer Studie der Universitat Autònoma de Barcelona (UAB) auf die Verbreitung von wissenschaftlichen und technischen Durchbrüchen kaum Einfluss. Hier dominiert laut den Forschern noch immer die traditionelle Pressemitteilung.
Das UAB-Team um Roser Bastida hat drei verschiedene Strategien verglichen: keine Kommunikationsmassnahmen, die Veröffentlichung einer Zusammenfassung im Social Web und die Erstellung einer Pressemitteilung - ein ein- oder zweiseitiges Dokument, das von Kommunikationsabteilungen verfasst wird und die Ergebnisse der Studie sowie deren Bedeutung erläutert.
Nach jeder Massnahme hat das Team Erwähnungen in Online-Nachrichtenportalen und sozialen Medien verfasst, um die öffentliche Wirkung der einzelnen Artikel zu messen. Von allen wissenschaftlichen Publikationen der Hochschule fanden ausschliesslich diejenigen Artikel mediale Beachtung, die per Pressemitteilung verbreitet worden waren. Im Schnitt tauchten diese Artikel in 18 Online-Nachrichtenbeiträgen auf, während Artikel, die nur über soziale Medien oder gar nicht beworben wurden, keinerlei mediale Beachtung fanden.
"Forschungseinrichtungen selbst fungieren als erster Filter, denn Studien ohne Pressemitteilung bleiben wahrscheinlich unbemerkt, egal wie relevant sie auch sein mögen. Das bedeutet, dass Forschungsergebnisse von Institutionen ohne Kommunikationsabteilungen eine deutlich geringere öffentliche Reichweite haben", unterstreicht Bastida.
Laut Studienkoordinator Salva Ferré "unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung von Pressemitteilungen und werfen gleichzeitig Fragen zur Wirksamkeit anderer Aktivitäten der Wissenschaftskommunikation auf, insbesondere in den sozialen Medien. "Gleichzeitig unterstreichen sie die Notwendigkeit, die Bewertung der gesellschaftlichen Auswirkungen von Forschung zu überdenken, da dies bei Ausschreibungen zur Forschungsförderung zu einem immer wichtigeren Kriterium wird."
Berichte in populären Medien über wissenschaftliche und technische Neuerungen sind wichtig für die Öffentlichkeit, aber auch für Wissenschaftler und Institutionen, in denen sie tätig sind. Sie beeinflussen die öffentliche Meinung zu bestimmten Themen und schaffen Interessentrends, die sogar dazu führen können, dass bestimmte Forschungsbereiche künftig mehr oder weniger Fördermittel erhalten, heisst es abschliessend.
