IOT-Sensoren für die Baumbewässerung  (Copyright: Stadt Wien/Martin Votava)

Um den Baumbestand der Stadt Wien langfristig vital zu halten und Ressourcen effizienter einzusetzen, testen die Wiener Stadtgärten gemeinsam mit Wien Energie und Wien Digital derzeit im Rahmen des IoT-Projekts "Smart Trees" digitale Bodenfeuchtesensoren. Auf Basis der erhobenen Daten soll künftig sowohl die optimale Wassermenge als auch das richtige Bewässerungsintervall festgelegt werden. Der Beobachtungszeitraum läuft zunächst bis Ende 2026; danach werde über weitere Schritte sowie gegebenenfalls über zusätzliche Ziele des Projekts entschieden, heisst es in einer Aussendung dazu.

Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky dazu: "Die Sensortechnik ist eine absolute Win-win-Situation: Einerseits stellen wir sicher, dass unsere Bäume immer die richtige Wassermenge erhalten, andererseits können wir dank dieser Technik auch den Wasserverbrauch optimieren. Gerade in Zeiten der Klimakrise, in der unsere Bäume immer mehr unter Druck geraten, sind Maßnahmen notwendig, mit denen wir ihre Gesundheit schützen und dazu gehört in erster Linie das Gießen."

Im Zuge des Projekts "Smart Trees“ werden seit Februar 2024 im gesamten Stadtgebiet digitale Sensoren im Boden bei Jungbäumen eingesetzt. Sie messen laufend Werte wie Bodenfeuchte sowie Temperatur und übermitteln diese Daten über das stadtweite sich im Ausbau befindliche "LoRaWAN"-Netz. Dieses ermöglicht gemäss Mitteiluung die energiearme Übertragung kleiner Datenmengen über große Entfernungen, wodurch die Sensoren besonders lange – ohne Batteriewechsel – betrieben werden können. Der vollständige Ausbau dieses Netzes in Wien ist bis 2028 vorgesehen.

Die Wiener Stadtgärten können die übermittelten Daten über eine Schaltzentrale, die sogenannte IoT-Base, auslesen, die von Wien Digital zur Verfügung gestellt wird. Gemeinsam entwickeln die Wiener Stadtgärten und Wien Digital die IoT-Base weiter, um künftig auch eine automatische Bewässerungssteuerung sowie eine optimierte Tourenplanung zu ermöglichen. Die ersten Datenauswertungen zeigen laut den Infos bereits ein hohes Einsparungspotenzial beim Wasserverbrauch und die Möglichkeit, flexibel und bedarfsgerecht zu bewässern. Dadurch würde nicht mehr nach fixen Zeitplänen gegossen werden, sondern exakt dann, wenn die Bäume es benötigten.

Bis Jahresende sollen in Wien insgesamt rund 460 Sensoren in unterschiedlichen Tiefen, Sensoren-Typen und bei verschiedenen Baumarten zur Testung eingesetzt werden. Anschließend werde entschieden, welche Ausstattung künftig stadtweit zum Einsatz komme.

Die gesammelten Daten dienen jedoch nicht nur zur gezielteren Bewässerung, sondern werden zusätzlich wissenschaftlich genutzt. In Zusammenarbeit mit der Universität Wien, dem Verein "Land schafft Wasser“ und dem Bundesamt für Wasserwirtschaft soll untersucht werden, wie sich unterschiedliche Baumarten entwickeln, welchen Einfluss Düngemittel auf das Wurzelwachstum haben und welche Standortbedingungen das Baumwachstum begünstigen. Langfristig soll aus den Erkenntnissen ein modernes, praxistaugliches Pflegekonzept für ganz Wien entstehen, um alle Jungbäume optimal und unter größtmöglicher Ressourcenschonung zu versorgen.