Samsung: Generalstreik abgewendet (Bildquelle: Samsung)

Im Kampf um höhere Bonus- und Prämienzahlungen hat die Samsung-Gewerkschaft nun das Angebot des Managements des südkoreanischen Konzerns nun offiziell angenommen. Die tagelange Abstimmung der gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten Samsungs in Südkorea wurde heute abgeschlossen. Dabei stimmte eine deutliche Mehrheit von 73,7 Prozent der Teilnehmenden für die Annahme der mit dem Management ausgehandelten Tarifvereinbarung. Die Wahlbeteiligung lag bei extrem hohen 95,5 Prozent.

Durch die Annahme des Kompromisses wurde ein drohender, historischer 18-tägiger Generalstreik beim weltgrössten Speicherchiphersteller endgültig abgewendet.

Für die Beschäftigten der Halbleitersparte (DS Division) wird ein neuer, auf zehn Jahre angelegter Bonuspool geschaffen. Dieser speist sich aus 10,5 Prozent des operativen Gewinns dieser Sparte, hauptsächlich ausgezahlt in Aktien sowie einem 1,5-prozentigen Baranteil. Aufgrund des aktuellen KI-Booms und extrem hoher Quartalsgewinne führt dies im Durchschnitt zu Sonderzahlungen von rund 513 Millionen Won (ca. 340.000 Euro bzw. 367.000 Franken) pro Kopf in der Chip-Sparte. Die Gehälter steigen im Durchschnitt um 6,2 Prozent. Als eine der Zusatzleistungen wird unter anderem auuch ein neues System für Wohnungsbaukredite eingeführt.

Obwohl die Einigung rechtskräftig ist, sorgt sie innerhalb des Konzerns für heftige Diskussionen. Mitarbeiter aus Sparten ausserhalb des Halbleitergeschäfts (wie Smartphones oder Haushaltsgeräte) erhalten deutlich geringere Boni (oft nur Aktien im Wert von umgerechnet rund 4.000 Euro). Eine Minderheitsgewerkschaft aus der Unterhaltungselektronik hatte im Vorfeld sogar versucht, die Abstimmung gerichtlich blockieren zu lassen, da sie die Verteilung als ungerecht empfindet. Zudem prüfen erste Aktionärsgruppen rechtliche Schritte, weil sie die direkte Koppelung von Milliardengewinnen an Mitarbeiterboni ohne vorherigen Hauptversammlungsbeschluss für unzulässig halten.