Auch gegen Meta wird in Italien geklagt (Logobild: Dima Solomin auf Unsplash)

Die italienische Elternvereinigung MOIGE (Movimento Italiano Genitori) und mehreren Familien sowie Vertreter von Wissenschaft und Justiz haben vor dem Landesgericht Mailand eine Sammelklage gegen Meta (Facebook, Instagram) und Tiktok eingebracht. Den Plattformen wird vorgeworfen, Minderjährige gezielt durch süchtigmachende Algorithmen zu binden und Altersbeschränkungen (Mindestalter 14 Jahre in Italien) nicht konsequent durchzusetzen

Die Kläger fordern eine wirksame Altersverifizierung, die Abschaffung manipulativer Funktionen wie "Infinite Scrolling" sowie transparente Informationen über die Gesundheitsrisiken für Kinder. Fachleuten zufolge könnten die Algorithmen das entwickelnde Gehirn "überstimulieren“ und Anfälligkeit für impulsives Verhalten und Abhängigkeiten erhöhen.

Nach Darstellung der Kläger nutzen in Italien rund 3,5 Millionen Kinder zwischen sieben und 14 Jahren soziale Netzwerke – trotz gesetzlicher Altersgrenzen. Einschliesslich der Familien seien damit etwa zehn Millionen Menschen von den Folgen betroffen.

Bereits im April dieses Jahres hat das Landesgericht Mailand eine weitere Sammelklage zugelassen, die von der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) eingereicht wurde. Hier geht es primär um ein massives Datenleck aus den Jahren 2018–2019 ("Facebook Data Scraping"), bei dem die Daten von über 35 Millionen Italienern gestohlen und im Darknet zum Verkauf angeboten wurden.

Dies ist die erste Sammelklage dieser Art in Europa, die in einem solchen Fall zur Verhandlung zugelassen wurde. Eine Verhandlung in der Sache ist für Oktober 2026 angesetzt. Zudem wurde Tiktok in Italien bereits im März 2024 von der Wettbewerbsbehörde zu einer Geldstrafe von 10 Millionen Euro verdonnert, weil das Unternehmen Nutzer (insbesondere Minderjährige) nicht ausreichend vor gefährlichen Inhalten geschützt hatte.