Industrieroboter: Diese können die Exportfähigkeit von KMU steigern (Bild: Niran Kasri, pixabay.com)

Laut Ökonomen der Offenen Universität Kataloniens wirken sich Roboter im Mittelstand positiv auf die Produktivität aus. Dies führt allerdings nicht automatisch dazu, dass diese Unternehmen auch mehr exportieren, heisst es. Das gelinge nur KMUs, die nicht nur Roboter einsetzen, sondern auch innovativ sind. Innovationsfähigkeit lasse sie umgekehrt auch produktiver werden und könnte dabei helfen, neue Produkte zu entwickeln, die auf ausländischen Märkten wettbewerbsfähiger sind. Auch liessen sich bestehende Produkte verbessern, um den Bedürfnissen ausländischer Kunden gerecht zu werden.

"Export und Produktivität sind zwei entscheidende Dimensionen der Unternehmensleistung, die eng miteinander verknüpft sind. Empirische Studien haben gezeigt, dass exportierende Unternehmen im Allgemeinen produktiver sind als solche, die nicht exportieren", unterstreichen die Wirtschaftswissenschaftler in ihrer aktuellen Untersuchung.

"Die Einführung von Robotern hat allerdings nicht auf alle fertigenden Unternehmen den gleichen positiven Einfluss. Je kleiner das Unternehmen, desto grösser sei der Produktivitätsanstieg bei der Einführung von Robotern", verdeutlicht Carles Méndez von der Offenen Universität Kataloniens. In Unternehmen mit mehr Beschäftigten falle der Anstieg nicht so deutlich aus.

Die Forscher haben Daten von fast 5.000 produzierenden Unternehmen zwischen 1990 und 2016 analysiert, die aus einer der umfassendsten Datenbanken zu Industrieunternehmen in Spanien stammen. Ihr Fokus lag auf KMUs, die zwei Drittel der Wertschöpfung erwirtschaften und mehr als die Hälfte der erwerbstätigen Bevölkerung in Spanien beschäftigen.

Entgegen der Intuition kommt Méndez' Kollege Joan Torrent zu dem Schluss, dass die Einführung digitaler Technologien - ein zweites Thema, das KMUs beschäftigt - nicht automatisch zu einer langfristigen Steigerung der Unternehmensproduktivität führt. Die Forscher stellen jedoch fest, dass diese Technologien eine grundlegende Rolle bei der gezielten Förderung von Internationalisierung und Produktivität spielen.

Der KI- und damit einhergehende Digitalisierungstrend ist jedoch unumkehrbar: Bis 2030 werden rund 50 Prozent der Umsätze im Bereich industrieller Automatisierung auf KI-basierten Angeboten beruhen. Die Wertschöpfung verschiebt sich damit in Richtung Software, Daten und KI. Zu dem Fazit kommt die Studie "Industrial Automation: From Control to Intelligence" der internationalen Unternehmensberatung Bain & Company.