Zu Beginn des aktuellen KI-Hypes (künstliche Intelligenz) waren viele Unternehmer der Ansicht, dass man durch den Einsatz von KI im Personalbereich massiv abspecken könne. Nun belegen mehrere Untersuchungen, dass die Hoffnungen mancher CEOs auf Effizienzsteigerungen wohl überzogen waren. Nun müssen viele von ihnen wieder zurückrudern.
Klar ist es unbestritten, dass technische Fortschritte stets zu Umwälzungen am Arbeitsmarkt führen. Speziell KI hat das Potenzial, bestimmte Tätigkeiten effizienter werden zu lassen oder gar ganz zu ersetzen. Allerdings zeigt sich gleichzeitig dieser Tage auch zunehmend, dass manche der ursprünglichen Erwartungen offenbar überzogen waren – sowohl was die Möglichkeiten moderner KI-Systeme als auch die Geschwindigkeit der Entwicklung anbelangt. Das führt nun zu einem Effekt, den die Arbeisplatzplattform Visier als "Rauswurf-Bumerang" bezeichnet.
Gemäss einer Visier-Studie werden mittlerweile 5,3 Prozent aller gekündigten Mitarbeitenden später vom selben Arbeitgeber wieder angeworben. Das zeigt eine Analyse der Daten von 2,4 Millionen Angestellten bei 142 Firmen rund um die Welt. Ein Wert, der über den Werten der Jahre zuvor liegt.
Bei Visier vermutet man einen gewissen Überenthusiasmus in der Chefebene von Firmen in Hinblick auf die Möglichkeiten von KI. Im Topmanagement hätten viele in Wirklichkeit keine klare Vorstellung davon, was KI wirklich könne, und welche Aufgaben und Jobs damit ersetzt werden können – und welche eben nicht, so die Visier. Dies könnte dazu geführt haben, dass im ersten Enthusiasmus zu viele Leute gekündigt wurden. Zugleich sei die Theorie, dass KI so gut wie jeden Job ersetzen können, einfach nicht belegt. Was das Bild noch weiter verkompliziert, sei, dass KI auch oft eine "sehr bequeme Erklärung für massenhafte Kündigungen" sei.
Dies alles passt auch zu einer aktuellen Untersuchung von Forrester. Darin wird ebenfalls herausgehoben, dass viele Firmen in der Hoffnung auf riesige Effizienzgewinne durch KI übereifrig Mitarbeiter entlassen haben. Nur um diese jetzt wieder zurückzuholen, weil man sich zuvor nicht wirklich überlegt hat, was die neue Technologie leisten kann.
Dass die KI-Transformation des Arbeitsmarkts zumindest langsamer geht, als es zunächst prognostiziert wurde, zeigt zudem eine aktuelle Studie des MIT. Darin heißt es, dass 95 Prozent der Unternehmen, die KI einsetzen, bisher keinen relevanten Nutzen aus ihren Investitionen ziehen.
Die Lehre, die man daraus bei Visier zieht: Firmen sollten die eigene Lage genauer analysieren, bevor sie Arbeitsplätze mit dem Blick auf vermeintliche Effizienzgewinne durch KI abbauen. Sowohl was den realen Nutzen, aber auch die Kosten der KI-Infrastruktur anbelangt.
