Der US-KI-Chip-Gigant Nvidia hat sich gegen die ursprünglich in Aussicht gestellte 100-Milliarden-Dollar-Investition in OpenAI entschieden und belässt es stattdessen auf einer reduzierten Summe von 30 Milliarden Dollar. Hintergrund dazu ist, dass sich OpenAI auf einen Börsengang vorbereitet, der das Unternehmen mit bis zu einer Billion Dollar bewerten könnte. Laut Nvidia-CEO Jensen Huang schliessen sich die Gelegenheiten für private Investments, sobald Unternehmen den Schritt an die Börse wagen.
Analysten äusserten zudem Bedenken, dass eine 100-Milliarden-Dollar-Spritze als "Circular Investment" wahrgenommen werden könnte. Dabei investiert Nvidia in einen Grosskunden, der dieses Geld wiederum nutzt, um Nvidia-Chips zu kaufen, was die Bilanz künstlich aufblähen und Regulatoren auf den Plan rufen könnte. Massive Investitionen dieser Grössenordnung zwischen den zwei dominierenden Kräften der KI-Branche könnten ergo unweigerlich das Interesse von Kartellbehörden wecken.
Huang betonte weiters, dass Nvidia bereits eine tiefe Ökosystem-Integration erreicht habe. Weitere Milliardeninvestitionen seien nicht notwendig, da Nvidia bereits durch den Verkauf seiner Chips massiv von OpenAI profitiere.
Auf anderer Ebene gibt es wachsende Zweifel an der langfristigen Profitabilität der aktuellen KI-Modelle. Berichte deuten darauf hin, dass die ursprüngliche Vereinbarung auch aufgrund dieser allgemeinen Marktunsicherheiten "auf Eis“ gelegt wurde.
Nvidia beteiligte sich stattdessen gegen Ende des vergangenen Februars an einer massiven 110-Milliarden-Dollar-Finanzierungsrunde für OpenAI, bei der neben Nvidias 30 Milliarden auch Amazon (50 Mrd.) als Hauptinvestoren auftraten.
