Nokia hat den US-Manager Justin Hotard zum neuen Konzernchef designiert. Hotard wird das Amt des CEO beim finnischen Telekommunikationsausrüster per 1. April von Pekka Lundmark übernehmen. Dies wohl nicht zur Freude des Chipherstellers Intel, bei dem Hotard gerade erst im Januar des vorigen Jahres die Leitung der Rechenzentrums- und KI-Sparte (Künstliche Intelligenz) übernommen hatte.
Vor seiner Tätigkeit bei Intel hatte der 1974 geborene Hotard mehrere Führungspositionen bei grossen Technologieunternehmen inne, darunter etwa Hewlett Packard Enterprise (HPE) und NCR.
Nokia will mit dem designierten neue Chef vor allem im KI-Bereich wachsen. KI wird von Mobilfunkbetreibern bereits in grossem Umfang für die Automatisierung, das Netzdesign und das Netzmanagement eingesetzt. Nokia baut auf die Verschmelzung von KI und Funkzugangsnetzen (RAN) als AI-RAN. Viele mobile Anwendungen nutzen bereits KI und erzeugen grosse Mengen an Datenverkehr. In den meisten Fällen werden diese Daten einfach durch das Netz geleitet. Cloud-basierte RAN-Systeme sollen diese Daten künftig besser nutzen können.
Pekka Lundmark werfen die grossen Aktionäre vor, dass er den Umsatz des Konzerns nicht habe steigern können. Der Erlös sei derzeit niedriger als im Jahr 2016, nachdem Nokia für 15,6 Milliarden Euro Alcatel-Lucent übernommen hatte.
Dennoch legte der finnische Konzern zuletzt wieder gute Geschäftszahlen vor. So stieg etwa der Nettogewinn 2024 um fast 90 Prozent. 2023 hatte Nokia wegen einer schwachen Nachfrage nach Netzwerkausrüstung in Nordamerika noch die Streichung von 14.000 Stellen angekündigt.
Und im Juli 2024 übernahm Nokia den optischen Netzausrüster Infinera aus den USA für 2,3 Milliarden US-Dollar. Nokia gab zudem seinen Geschäftsbereich Seekabel, Alcatel Submarine Networks (ASN), für 350 Millionen Euro an die französische Regierung ab.
