Logobildquelle: Nexperia

Eine neue Halbleiterkrise schwebt wie ein Damoklesschwert über der deutschen Automobilbranche. Aufgrund von Problemen beim niederländischen Chiphersteller Nexperia könnte es schon bald zu Produktionsstopps kommen, warnt der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA).

"Die Situation könnte schon in naher Zukunft zu erheblichen Produktionseinschränkungen, gegebenenfalls sogar zu Produktionsstopps führen, falls die Lieferunterbrechung von Nexperia-Chips nicht kurzfristig behoben werden kann", konstatiert VDA-Präsidentin Hildegard Müller.

Hintergrund dazu ist, dass Nexperia bislang vom chinesischen Mutterkonzern Wingtech geführt wurde. Nachdem vergangene Woche aber der niederländische Staat die Kontrolle übernommen hat, hatte die chinesische Regierung den Export bestimmter Teile von Nexperia-Chips verboten. Diese Halbleiter werden zwar meist in Europa produziert, zur Verpackung und Weiterverarbeitung jedoch nach China verschickt. Der europäische Automobilverband ACEA äusserte daraufhin Bedenken: Die Lagerbestände der heimischen Fahrzeughersteller reichten nur für wenige Wochen.

Nexperia ist laut VDA ein wichtiger Zulieferer, dessen Halbleiter häufig in elektronischen Steuergeräten von Fahrzeugelektroniksystemen zum Einsatz kommen. "Der VDA ist seither mit den betroffenen Unternehmen, der Industrie, der Bundesregierung sowie der EU-Kommission in Kontakt. Aktuell sollte der Fokus sein, schnelle und pragmatische Lösungen zu finden", so Müller.

Nexperia produziert unter anderem in Hamburg, ist Berichten zufolge aber auf Zulieferungen aus China angewiesen, die nun ausblieben.