Smartphone-Apps und Fitness-Tracker können unmotivierten Menschen mit Gesundheitsproblemen helfen, ihre lebensnotwendigen Übungen nicht zu vernachlässigen. Das haben Forscher der medizinischen Fakultät der Pennsylvania State University und der Medicine University of Maryland festgestellt.
Eine Auswertung von 14 klinischen Studien mit mehr als 1.000 Erwachsenen zeigt: Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die Smartphone-Apps und Fitness-Tracker nutzen, machen täglich fast 1.100 Schritte mehr und betätigen sich etwa vier Minuten länger moderat bis intensiv körperlich als Menschen, die keine digitalen Technologien nutzen.
"Viele Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen können aufgrund von Zeitmangel, schlechter Erreichbarkeit oder wegen der Kosten nicht an traditionellen kardiologischen Rehabilitationsprogrammen teilnehmen. Smartphones und Wearables befinden sich bereits in den Taschen und an den Handgelenken der Menschen", so Ajith Vemuri von der Pennsylvania State University. Die Geräte liessen sich folglich zur Unterstützung der Routineversorgung nutzen.
"So können wir damit beginnen, kosteneffiziente, personalisierte digitale Interventionen zu entwickeln, die eine viel breitere Bevölkerungsgruppe erreichen. Digitale Geräte können individuell tägliche Schrittziele festlegen, Erinnerungen oder motivierende Nachrichten generieren, Feedback zum Fortschritt geben und häusliche Rehabilitationsprogramme mit medizinischem Fachpersonal verknüpfen, um die Behandlung zu begleiten und zu überwachen", betont der Forscher.
Einige Anwendungen umfassen zudem Gamification-Elemente, Coaching und Zielüberprüfungen, wodurch User Fortschritte verfolgen und Ziele anpassen können. "Die Geräte sind mehr als Spielereien. Wenn sie in einen Behandlungsplan integriert werden, können sie die Routineversorgung unterstützen und Patienten dabei helfen, kleine, aber wichtige Schritte in Richtung einer besseren kardiovaskulären Gesundheit zu unternehmen", ergänzt Ramin Zand von der Pennsylvania State University.
"Untersuchungen haben gezeigt, dass weniger als ein Drittel der Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen körperlich aktiv ist. Die Kombination von mobilen Technologien mit standardmässigen Präventionsmassnahmen bietet eine einzigartige Gelegenheit, das Risiko für fortgeschrittene Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder ein zweites beziehungsweise drittes kardiovaskuläres Ereignis zu senken", schliesst Damon L. Swift von der University of Virginia.
