Symbolbild: Pixabay/Geralt

Die häufig geäusserten Befürchtung, nach der künstliche Intelligenz (KI) den Menschen ersetzen werde, stimmt nicht, wie aus der Workday-Studie "Elevating Human Potential: The AI Skills Revolution" hervorgeht. KI werde vielmehr als Katalysator für eine Neubewertung persönlicher Kompetenzen wirken und menschliche Eigenschaften wie Einfühlungsvermögen und ethisch begründete Entscheidungen zum wichtigsten Asset am Arbeitsplatz machen, so die Untersuchung.

Bei dieser tektonischen Verschiebung gehe es nicht nur um die Akzeptanz innovativer Technologien, sondern darum, das menschliche Potenzial zu stärken, Fähigkeiten, über die allein der Mensch verfügt, zu fördern und neu zu definieren, was dies im Zeitalter der künstlichen Intelligenz bedeute.

Ängsten vor der Marginalisierung des Menschen und drohender Massenarbeitslosigkeit. Die neue Workday-Studie stellt diesen Vorbehalten ein deutlich optimistischeres Zukunftsbild entgegen. Nachfolgend einige Ergebnisse der Studie:
- Demnach sehen die aktivsten KI-Anwender auch deren Vorteile am positivsten (4,23 von 5 Punkten). Wer in den kommenden zwölf Monaten auf KI umsteigen will, hat mit 3,89 Punkten den niedrigsten Score und ist somit besonders skeptisch.
- KI hilft dabei, menschliche Kapazitäten für bedeutsamere Tätigkeiten freizusetzen. 93 Prozent der aktiven KI-Anwender geben an, dass sie sich dank künstlicher Intelligenz besser auf übergeordnete Aufgaben wie Strategieentwicklung und Problemlösung fokussieren können.
- Obwohl es gesellschaftliche Bedenken gibt, dass KI das Vertrauen beeinträchtigen könnte, glauben 90 Prozent der Beschäftigten, dass künstliche Intelligenz für mehr Transparenz und klarere Rechenschaftspflichten im Unternehmen sorgen könne. Führungskräfte und Mitarbeitende liegen hier mit 92 Prozent bzw. 89 Prozent nahe beieinander.
- Weniger einig sind sie sich bei der Beurteilung der Notwendigkeit zwischenmenschlicher Beziehungen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Während 82 Prozent der Mitarbeitenden diese für notwendig halten, sind es bei den Führungskräften nur 65 Prozent.
- Einzigartige Qualitäten des Menschen wie ethische Entscheidungsfindung, Einfühlungsvermögen, Beziehungsaufbau und Fähigkeit zur Konfliktlösung werden als unverzichtbar für den Erfolg in einer KI-getriebenen Wirtschaftswelt gesehen.

"Die Debatten um künstliche Intelligenz sind oft von Bedenken und Angst vor Arbeitsplatzverlust geprägt; wir sehen KI dagegen als unglaubliche Chance", betont Jim Stratton, Chief Technology Officer, Workday. "Sie ist unsere Chance, uns auf das zu konzentrieren, was den Menschen ausmacht – unsere Kreativität, unsere Empathie und unsere Fähigkeit, Beziehungen zu knüpfen. Mit KI können wir ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem diese Eigenschaften erfolgsentscheidend sind. Unsere Studie zeigt, dass die Beschäftigten bereit sind, bei dieser Chance mitzugehen."

Gemäss der Workday-Studie glauben 83 Prozent der Befragten, dass KI sowohl die Bedeutung menschlicher Fähigkeiten erhöhen als auch die menschliche Kreativität steigern und dadurch neue Arten des ökonomischen Mehrwerts hervorbringen werde. Dass die Haltung gegenüber KI am Arbeitsplatz positiver wird, zeige auch der Vergleich mit einer wenige Monate zuvor von Workday in Auftrag gegebenen Studie, bei der nur 52 Prozent der Beschäftigten den Einsatz von KI an ihrem Arbeitsplatz begrüsst hätten.

Fast alle (93 Prozent) der aktiven KI-Anwendern erklären, dass der Einsatz künstlicher Intelligenz ihnen dabei helfe, sich auf übergeordnete Aufgaben wie Strategieentwicklung und Problemlösung zu fokussieren. Damit nicht genug: Aktive KI-Anwender haben dmnach eine durchweg positivere Grundhaltung gegenüber künstlicher Intelligenz. 92 Prozent der Mitarbeitenden und 95 Prozent der Führungskräfte teilen diese Ansicht laut Studie.

81 Prozent der Befragten sind sich bewusst, dass KI Auswirkungen auf das Kompetenzprofil ihrer Tätigkeit hat. Die drei wichtigsten KI-Anwendungsgebiete lauten Datenanalyse (51 Prozent), Betrugserkennung und Sicherheitsüberwachung (43 Prozent) sowie Personalwesen und Talentgewinnung (39 Prozent). Eine Reihe von Beschäftigten wird sich der Studie zufolge neue Kenntnisse und Fähigkeiten aneignen müssen; zugleich müssten sie aber auch typisch menschliche Eigenschaften kultivieren, um im KI-Zeitalter erfolgreich zu sein, heisst es. Denn Qualitäten, die nur der Mensch aufweist, würden mit zunehmender KI-Nutzung noch wichtiger.

Gerade die Fähigkeiten, über die KI in absehbarer Zeit nicht verfügen werde, seien auch diejenigen, die am Arbeitsplatz am wertvollsten sein werden, heisst es weiters: ethisch begründete Entscheidungsfindung, Vernetzung und Beziehungspflege, emotionale Intelligenz und Einfühlungsvermögen sowie die Fähigkeit zur Konfliktlösung. Dabei erweise sich die ethische Entscheidungsfindung Szenario übergreifend als wichtigste Kompetenz, sowohl heute als auch in einer KI-dominierten Zukunft.

Auffällig sei auch, wie unterschiedlich Mitarbeitende und Führungskräfte die Notwendigkeit zwischenmenschlicher Beziehungen am Arbeitsplatz einstuften. Während 82 Prozent der Mitarbeitenden davon ausgehen, dass der Wunsch nach menschlicher Interaktion zunehmen werde, teilen nur 65 Prozent der Führungskräfte diese Ansicht. Für letztere biete dies eine wichtige Chance, das interpersonelle Miteinander zu fördern und stabile Beziehungen zu ihrem Team aufzubauen.

Auf die Frage nach den Auswirkungen von KI auf Führungs- und Managementprioritäten identifizierten die Teilnehmenden drei Schlüsselaspekte: bessere datengestützte Entscheidungsprozesse, verstärkte Weiterbildungs- und Schulungsmöglichkeiten mittels KI-Technologie und gezielte Ressourcenzuweisung zu erfolgskritischen Bereichen infolge der Automatisierung von Routinearbeiten durch KI. Die gleichmässige Gewichtung der Antworten unterstreiche das Potenzial, das künstlicher Intelligenz bei der Unterstützung des Führungspersonals in diesen Bereichen zugesprochen werde – gepaart mit der Erwartung, sich vermehrt auf die Kultivierung von Empathie und tiefergehenden Teambeziehungen fokussieren zu können.

Methodik:
Die verwendeten Daten stammen den Angaben nach aus der globalen Studie "Elevating Human Potential: The AI Skills Revolution", die im Auftrag von Workday im November und Dezember 2024 durch Hanover Research durchgeführt wurde. Für die Studie wurden demnach 2500 Vollzeitbeschäftigte aus verschiedenen Branchen und 22 Ländern in den Regionen Nordamerika, Asien-Pazifik (APAC) sowie Europa, Naher Osten und Afrika (Emea) befragt.