So funktioniert die KI-gestützte Abfallsortierung (Illustration: wasteflow.ai/de)

Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) haben ein KI-basiertes Recycling-Verfahren entwickelt, mit dem sich Fremd- und Wertstoffe weitgehend identifizieren und entsprechend sortieren lassen. Das Start-up Wasteflow hat es bis zur Markreife gebracht.

"Machen Sie Abfall planbar" wirbt das Jungunternehmen. Dazu installiert Wasteflow entlang des gesamten Sortierprozesses ein Netzwerk von Sensoren und Kameras, deren Daten von einer KI-gestützten Bildauswertung genutzt werden. "Unser System kann derzeit 66 verschiedene Abfallkategorien identifizieren, wobei die Genauigkeitsrate bei einigen Kunststoffen wie PET, HDPE und LDPE98 Prozent erreicht", unterstreicht Wasteflow-Mitbegründer Théophile Agresti.

Die KI erkennt nicht nur die unterschiedlichen Materialien, sondern auch deren Massen mit einer Genauigkeit von 95 Prozent. Das ist wichtig für die Einstellung der Kraft, die die Teile aus dem Prozess herauskatapultiert, um sie zu entsorgen beziehungsweise wiederzuverwerten.

Auch Batterien, die eigentlich gesondert gesammelt werden müssen, erkennt die KI mit einer Zuverlässigkeit von 85 Prozent, heisst es. Diese können, wenn sie mit elektrisch leitendem Abfall in Berührung kommen, Brände auslösen oder sogar explodieren.

Die identifizierten Materialien werden dank des neues Verfahrens im nachfolgenden Schritt mechanisch, mit Magneten, Wirbelströmen und Luftstössen in bereitstehende Sammelbehälter befördert. Die KI-Sortierung ist bereits in mehrere Recyclinghöfen in der Schweiz in Frankreich und Spanien installiert.

Das System ist so konzipiert, dass bestehende Sortieranlagen damit nachgerüstet werden können. Da Abfallströme je nach Region unterschiedlich sind, ist die Bildauswertung so konzipiert, dass sie im Laufe des Betriebs dazulernt, sodass die Reinheit der Wertstoffströme immer besser wird.