Introvertierte und extrovertierte Menschen benutzen Künstliche Intelligenz (KI) jeweils unterschiedlich. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Yale University, der University of Oxford sowie der Acadia University.
Für Menschen, die eher zur Introversion neigen, kann generative KI eine hilfreiche Brücke zwischen privater Reflexion und dem Ausdruck nach aussen darstellen. Ein introvertierter Mensch könnte beispielsweise das Gefühl haben, dass eine Idee in seinem Kopf vollkommen klar ist. Beim Erklären gegenüber einer anderen Person scheitern viele von ihnen jedoch.
Laut den Forschern haben Menschen mit dem Persönlichkeitstyp manchmal Probleme, den Schritt vom privaten Denken zum Ausdruck nach außen zu vollziehen. Mit KI muss eine Idee jedoch nicht bereits vollständig ausformuliert sein. Oft braucht die KI nur Fragmente, Widersprüche oder nur halb entwickelte Gedanken, um diese hinterfragen zu lassen, heißt es.
Für Extrovertierte hingegen könnte die sinnvollste Rolle der KI beinahe das Gegenteil sein. KI kann zusätzliche Gespräche, Ideen und Rückmeldungen liefern. Extrovertierte könnten zunächst Meinungen von Kollegen und Freunden einholen und anschliessend Infos sortieren, um zu ermitteln, was sie selbst darüber denken. Für diese Menschen könnte es daher vor allem darum gehen, das Wesentliche vom Hintergrundrauschen zu trennen.
Das stellt KI-Anbieter vor ein Dilemma. Denn sie streben oft nach einer personalisierten KI. "Wenn Personalisierung in erster Linie danach gestaltet wird, was sich angenehm oder bestätigend anfühlt, könnten wir am Ende immer ausgefeiltere psychologische Spiegel erschaffen", warnen die Wissenschaftler. Und weiter heisst es: "Vielleicht sollte personalisierte KI deshalb nicht einfach jene Tendenzen unterstützen, die uns ohnehin am leichtesten fallen. Für Introvertierte könnte sie manchmal eine Brücke zwischen Reflexion und Ausdruck bilden."
