HPE hat Juniper Networking gerade erst übernommen und schon rüstet der IT-Konzern mit Sitz in Palo Alto deren KI-native Mist-Plattform auf, um mit autonomeren, intelligenteren und aktiveren Netzwerkoperationen agentenbasierte AIOps bereitzustellen. Zu den Verbesserungen gehören laut den HPE-Angaben agentisches KI-gestütztes Troubleshooting, erweiterte Transparenz und Kontrolle selbststeuernder Aktionen, ein generalisiertes Large Experience Model (LEM) sowie AIOps-Funktionen für Rechenzentren. Diese seien darauf ausgelegt, die IT-Komplexität zu reduzieren und entsprechende Benutzererfahrungen vom Client bis zur Cloud zu gewährleisten.
Die neuen Funktionen sollen auch die GreenLake Intelligence von HPE ergänzen. Bei diesem Ansatz für autonome IT und agentische AIOps der nächsten Generation werden spezialisierte KI-Agenten in einer mehrschichtigen IT-Architektur eingesetzt. Dies ermögliche Problemlösungen in Echtzeit, Optimierung und intelligentere Entscheidungen in den Bereichen Netzwerk, Speicher und Rechenleistung. Die agentischen KI-Funktionen von Juniper Mist sollen dabei den Übergang vom reaktiven zum aktiven IT-Management ermöglichen und damit den Grundstein für erhebliche Leistungs- und Effizienzsteigerungen legen.
Mist AI und der virtuelle Netzwerkassistent Marvis sammeln dabei Telemetriedaten von Routern, Switches, Access Points, Firewalls und Applikationen des Herstellers Juniper, auf die sich dann über ein Conversational Interface in natürlicher Sprache zugreifen lässt. So lerne die Marvis-KI-Engine kontinuierlich aus relevanten Telemetriedaten, um immer effizienter zu werden und um Probleme schneller lösen zu können, so Jeff Aaron, Vice President of Networking Product and Solution Marketing bei HPE.
Mit den erweiterten Konversationsfähigkeiten erleichtere der Marvis AI etwa die Fehlerbehebung in Echtzeit. Durch die Nutzung eines agentischen KI-Frameworks werden benutzerdefinierte Erkenntnisse durch selbststeuernde Agenten bereitgestellt, die über kabelgebundene, kabellose, WAN-, Client- und Anwendungsdomänen hinweg zusammenarbeiten. Weiter unterstütze das Marvis Actions Dashboard jetzt die autonome Behebung zusätzlicher Netzwerkprobleme, darunter falsch konfigurierte Ports, Kapazitätsprobleme und nicht konforme Hardware – bei vollständiger IT-Übersicht. Das generalisierte Large Experience Model (LEM) ist weiters ein spezielles KI-Modell von HPE Juniper Networking, das Milliarden von Datenpunkten aus Anwendungen wie Zoom und Teams analysiert, um die Leistung gängiger Collaboration-Tools zu optimieren und zukünftige Probleme vorherzusagen. Dank der Erweiterung um Marvis Minis (Zwillinge, die Benutzererfahrungen simulieren) kann LEM zukünftige Anwendungserfahrungen auch ohne Echtzeitdaten aus den Anwendungen selbst vorhersagen, verspricht HPE. Diese werden demnach in die Marvis AI Engine übernommen, wo selbststeuernde Massnahmen zur Optimierung der zukünftigen Leistung ergriffen werden können, noch bevor Benutzer überhaupt anwesend sind.
Weiters läst sich der Marvis AI Assistant for Data Center in die kontextbezogene Graphdatenbank von Apstra integrieren, um intelligente Einblicke zu liefern und die Grundlagen für eine autonome Servicebereitstellung zu schaffen. Marvis Minis lässt sich auch auf das Rechenzentrum erweitern, um eine kontinuierliche Servicevalidierung und Anwendungssicherheit für Rechenzentrumsnetzwerke zu gewährleisten.
Die neuen Marvis-Rechenzentrumsfunktionen ergänzen HPE OpsRamp. Die AIOps-basierte IT-Betriebsmanagementplattform (ITOM) soll die Verwaltung hybrider, Multi-Cloud- und lokaler IT-Umgebungen mit Full-Stack-Transparenz und agentischen Workflows, die speziell auf moderne Rechenzentren zugeschnitten sind, erleichtern und automatisieren.
"Mit den neuen Funktionen für digitale Erlebniszwilllinge und agentische KI in Juniper Mist machen wir das Netzwerk zu einem aktiven Partner für die IT, der Probleme lösen kann, bevor sie sich auf die Benutzer auswirken. Dies ist ein grosser Schritt in Richtung eines wirklich autonomen Betriebs, der unseren Kunden hilft, Komplexität zu vereinfachen, Kosten zu senken und aussergewöhnliche digitale Erlebnisse zu bieten," sagt Rami Rahim, EVP, President und General Manager bei HPE Networking.
HPE zeigt übrigens auf der virtuellen Veranstaltung "HPE's virtual event New Era of Secure AI-Native Networking" am 16. September die neuesten Entwicklungen in den Bereichen AIOps und agentische KI für die Zukunft KI-nativer Netzwerke.
