Der südkoreanische Chiphersteller SK Hynix hat im Rahmen einer US-Zweitnotiz an der Nasdaq einen der grössten Börsengänge der Geschichte vollzogen und dabei rund 26,5 Milliarden US-Dollar eingenommen. Es ist der grösste US-Börsengang eines ausländischen Unternehmens aller Zeiten und bricht den alten Rekord von Alibaba aus dem Jahr 2014.
Der Ausgabepreis wurde auf 149 US-Dollar je ADR (American Depositary Receipts) festgelegt. Insgesamt wurden 177,9 Millionen neue ADRs ausgegeben, was ca. 2,5 Prozent des Grundkapitals entspricht. Zehn ADRs entsprechen dabei einer in Seoul gehandelten Stammaktie. Das Orderbuch war mehr als siebenfach überzeichnet. Das gesamte Kaufinteresse lag bei fast 200 Milliarden US-Dollar. Ungewöhnlich für Großplatzierungen wurden die Papiere mit einem Aufschlag von rund 3 Prozent zum Schlusskurs in Seoul emittiert.
Ankerinvestoren wie etwa die Grossanleger Baillie Gifford, Coatue Management und Situational Awareness Partners (der KI-Fonds von Leopold Aschenbrenner) haben vorab Interesse an ADRs im Wert von bis zu 7 Milliarden US-Dollar signalisiert.
SK Hynix nutzt diesen Schritt an den US-Kapitalmarkt gezielt, um seine KI-Vorherrschaft auszubauen. Der südkoreanischen Konzern kontrolliert über 55 Prozent des weltweiten Marktes für High Bandwidth Memory (HBM) – den extrem schnellen Speicherchips, die für KI-Beschleuniger (unter anderem für Nvidia) unverzichtbar sind. Die Erlöse fliessen direkt in den Bau neuer Megafabriken im südkoreanischen Yongin, Verpackungsanlagen in Indiana (USA) sowie in EUV-Lithografiemaschinen von ASML.
Ausserdem will SK Hynix die Bewertungslücke schliessen. Denn trotz der Marktführerschaft litt die Aktie in Seoul historisch unter dem sogenannten "Korea-Discount". Durch das Nasdaq-Listing will das Management die Bewertungslücke zum US-Konkurrenten Micron Technology verringern und spekuliert auf eine Aufnahme in den Nasdaq-100 im Dezember.
