Von Künstlicher Intelligenz (KI) ganz oder teilweise produzierte minderwertige Arbeiten mit wissenschaftlichem Anspruch überschwemmen das akademische Verlagswesen. Das haben Forscher der University of Pennsylvania und drei weiteren US-Hochschulen herausgefunden. "KI-Sprachmodelle, kombiniert mit dem starken Druck, zu publizieren oder unterzugehen, treiben unser Fachgebiet dazu, mehr statt bessere Forschung zu produzieren", heisst es.
Das Team um Claudine Gartenberg von der University of Pennsylvania hat fast 7.000 Einreichungen und mehr als 10.000 Gutachten aus den Jahren 2021 bis 2026 analysiert. Die Wissenschaftler begannen ihre Studie im Jahr 2021, zwei Jahre vor der Einführung von ChatGPT, um die Qualität der Beiträge vor und nach dem Aufkommen der KI leicht vergleichen zu können.
Um nach Spuren der KI zu suchen, nutzten die Forscher ein Tool zur KI-Erkennung, das charakteristische Merkmale im Text identifiziert. Jeder Artikel erhielt eine Bewertung von 0 (vollständig von Menschen verfasst) bis 1 (vollständig von KI verfasst). Neben der Untersuchung veröffentlichter Artikel berücksichtigt die Studie auch alle eingereichten Entwürfe und privaten Gutachten, die von anderen Wissenschaftlern verfasst wurden.
Die Arbeitsgruppe bewertete die Qualität der Texte zudem anhand von Standardtests zu Lesbarkeit und Stil. Es zeigte sich, dass nach der Einführung von ChatGPT das Volumen der Einreichungen um 42 Prozent anstieg. Hier sahen die Redakteure und die Wissenschaftler einen direkten Zusammenhang.
Wissenschaftler aus Einrichtungen, die unter starkem Publikationsdruck standen, nutzten KI am stärksten. Aber nicht nur die Autoren griffen auf KI zurück. Mehr als 30 Prozent der bei der Zeitschrift eingereichten Expertengutachten nutzten ebenfalls Sprachmodelle. Um das System zu verbessern, schlägt die Zeitschrift eine grundlegende Überarbeitung der Art und Weise vor, wie Forschung bewertet wird. Der Fokus sollte nicht auf der Anzahl, sondern auf der Qualität der Ideen liegen.
