BTRY: Dünschichtdesign für die Unterhaltungselektronik (Bild: BTRY)

Drei Schweizer Deep-Tech-Startups, die aus der Empa hervorgegangen sind, partizipieren derzeit an der Technologiemesse CES 2026 in Las Vegas, die noch bis 9. Januar läuft, und zeigen auf globaler Bühne, wie Schweizer Forschende wissenschaftliche Durchbrüche in praktische Hardware-Innovationen in den Bereichen Energiespeicherung, Photovoltaik und Kühltechnologien für Hochleistungsrechner umsetzen.

Darunter sind BTRY und Ionic Wind, zwei Spin-offs der Empa, die in den letzten Monaten jeweils mehrere Millionen Dollar über diverse Finanzierungsrunden aufgebracht haben und nun Technologien vorstellen, die langjährige Engpässe in der Elektronik und der Energiespeicherung beseitigen. Das dritte Spin-off, Perovskia Solar, entwickelt Inkjet-gedruckte Solarzellen auf Basis von Perowskit-Materialien.

BTRY: ultradünne Festkörperbatterien mit einer Ladezeit von nur einer Minute

BTRY präsentiert etwa ihre ultradünne Festkörper-Lithium-Ionen-Batterietechnologie und damit eine neue Klasse von Energiespeichern, die für Anwendungen entwickelt wurden, bei denen Grösse, Sicherheit und Ladegeschwindigkeit entscheidend sind. Die Batterien von BTRY sind bereits ab einer Dicke von nur 0,1 mm erhältlich, lassen sich in nur einer Minute aufladen, arbeiten sicher bei Temperaturen von bis zu 150°C und sind aufgrund ihrer All-Solid-State-Architektur extrem sicher. Die Technologie ermöglicht vernetzte Geräte wie Smart Labels, drahtlose Sensoren, Wearables und Medizintechnikprodukte, die mit herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterieformaten nicht kompatibel sind.

BTRY wendet Festkörper-Dünnschichtprozesse aus der Halbleiterfertigung auf die Batterieproduktion an und ermöglicht so schnelles Laden ohne flüssige Elektrolyte und direkte Stromversorgung für die drahtlose Übertragung ohne zusätzliche Kondensatoren.

Ionic Wind: Festkörper-Luftstromkühlung für «High Performance»-Computing

Ionic Wind präsentiert in der Wüstenstadt Las Vegas das weltweit erste Lenovo Thinkpad T14 mit Ionenwindantrieb, das mit Festkörper-Ionenwindtechnologie gekühlt wird – ein geräuschloses Kühlverfahren ohne bewegliche Teile wie Ventilatoren. "Seit Jahrzehnten basiert die Kühlung von Elektronik auf denselben mechanischen Prinzipien", betont Donato Rubinetti, CEO und Mitbegründer von Ionic Wind. "Mittels Ionenwind wird Luft zu einem elektrisch steuerbaren und skalierbaren Parameter statt zu einem mechanischen und bietet Gestaltungsfreiheit für Laptops, Edge-AI-Geräte und kompakte Elektronik."

Durch den Ersatz herkömmlicher Lüfter durch elektrische Felder, die die Luft beschleunigen, ermöglicht Ionic Wind einen geräuschlosen Betrieb, erhöhte Zuverlässigkeit und neue Freiheiten in Gestaltung und Design, die zuvor durch den mechanischen Luftstrom eingeschränkt waren.

Ein drittes Spin-off der Empa, Perovskia Solar, nimmt ebenfalls an der CES teil, setzt damit seine wiederholte Präsenz auf der Messe fort und präsentiert Schweizer Entwicklungen im Bereich neuartiger Photovoltaik-Materialien.

Die Präsenz mehrerer Startups, die aus der Empa hervorgegangen sind, auf der CES unterstreicht den wachsenden Einfluss der Schweiz im Bereich Hardware-Deep-Tech, insbesondere in Bereichen, in denen sich die inkrementelle Innovation verlangsamt hat und grundlegend neue Ansätze erforderlich sind.