In ausgedienten Elektrogeräten und alter Unterhaltungselektronik in der Europäischen Union schlummern ungenutzte Rohstoffwerte von mehr als 65 Milliarden Euro. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der Boston Consulting Group (BCG) und der Initiative "Cradle to Cradle Electronics". Während die Industrie unter explodierenden Beschaffungspreisen, Halbleiterkrisen und den extremen Anforderungen des KI-Booms leidet, bleibt dieses gigantische Potenzial nach der Nutzung weitgehend unerschlossen.
Jährlich gelangen Millionen Tonnen kritischer Rohstoffe wie Lithium oder seltene Erden in den EU-Markt, wobei Europa stark von Drittstaaten wie China abhängig ist. Obwohl jährlich über 13 Millionen Tonnen Elektroschrott anfallen, liegt die Sammelquote bei nur 43 Prozent. Allein 700 Millionen ungenutzte Smartphones verstauben in europäischen Haushalten und binden wertvolle strategische Rohstoffe.
Die Studie fordert ein Umdenken hin zum "Cradle to Cradle"-Konzept: Geräte müssen schadstofffrei, leicht demontierbar und modular als "Materialbanken" konzipiert werden. Optimierte Kreisläufe können den Materialbedarf massiv senken. Europas Rohstoffmine der Zukunft liege in den Schubladen und warte auf echtes Recycling, so die Studienautoren.
