Die Forschungsabteilung von Cisco hat gemeinsam mit der University of California in Santa Barbara den Prototyp eines neuartigen Quantenchips entwickelt. Dieser dürfte die Zeitspanne bis zum praktischen Einsatz von Quantencomputern von mehreren Jahrzehnten auf fünf bis zehn Jahre verkürzen, so Cisco in einer Aussendung dazu.
Beim vorgesestellten Prozessor handelt es sich um einen Silizium-Photonik-Verschränkungsquellen-Chips, der Paare von Verschränkungsphotonen erzeugt. Der gesamte Chip bringt laut Cisco bis zu 200 Millionen Paare dieser verschränkter Photonen pro Sekunde hervor. Dabei beträgt der Output eine Million high-fidelity Verschränkungspaare pro Ausgangskanal. Dabei könne jedes Paar unabhängig von der Entfernung eine sofortige Verbindung aufrechterhalten.
Diese verschränkten Photonen stellen das Quantenäquivalent zu den Netzwerkverbindungen im heutigen Internet dar. Wenn zwei Teilchen verschränkt werden, bilden sie eine Verbindung, bei der sich der Zustand eines Teilchens völlig ortsunabhängig sofort auf den Status des anderen auswirkt. Das ermöglicht eine kohärente Zusammenarbeit der Quantenprozessoren.
Die wichtigsten Eigenschaften des neuartigen Quantenchips gemäss Cisco-Angaben:
-- Funktioniert mit bestehender Infrastruktur: Nutzt Standard-Wellenlängen von Glasfaserleitungen für die Telekommunikation
-- Praktischer Einsatz: Arbeitet bei Raumtemperatur und ist klein genug für die Systemintegration in einen integrierten photonischen Chip
-- Energieeffizient: Benötigt weniger als 1 mW Strom
-- Hohe Leistung: Erzeugt 1 Million verschränkte Paare pro Sekunde mit 99 Prozent Zuverlässigkeit
Zusätzlich hat die kalifornische Netzwerkausrüsterin auch die Eröffnung der Cisco Quantum Labs angekündigt. In dieser Forschungseinrichtung in Santa Monica sollen weitere bahnbrechende Quantennetzwerktechnologien entwickelt werden.
