Der KI-gestützte Chatbot "Noora" verhilft Patienten mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) zu mehr Empathie und sozialer Kompetenz. Denn laut Untersuchungen der University of California Santa Barbara hilft das Üben sozialer Interaktion mit Fachleuten. Lynn Koegel von der Stanford University hat analysiert, ob sich ASS-Fachleute durch einen KI-gestützten Chatbot tatsächlich ersetzen lassen.
In schriftlichen oder mündlichen Einzelgesprächen bietet Noora individuelle Anleitung für viele soziale Kommunikationsszenarien. Sie hilft den Nutzern dabei, Fragen zu stellen, Komplimente zu machen, einfühlsam zu reagieren und andere Bereiche der sozialen Kommunikation zu meistern.
In ihrer aktuellen Arbeit hat sich Koegel auf das Empathie-Modul von Noora konzentriert. Der Chatbot sagt beispielsweise: "Ich bin in letzter Zeit sehr müde und habe grosse Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren", und bittet den Nutzer dann, diese Aussage als positiv, neutral oder negativ zu bewerten. Je nachdem, wie mitfühlend oder gleichgültig der Patient reagiert, gibt Noora entweder eine sanfte Korrektur oder bestätigt die Antwort.
Koegel und ihr Team haben Noora 330 passende Antworten auf gängige Fragen eingetrichtert, die der Chatbot als Massstab für die Beurteilung der Antworten der ASS-Patienten nutzt. Um zu sehen, wie gut Noora im Vergleich zur üblichen Behandlung abschneidet, hat Koegel mit ihrem Team eine randomisierte Studie mit 30 Teilnehmern durchgeführt, von denen die Hälfte vier Wochen lang mit Noora trainiert hatte, die andere Hälfte dagegen nicht. 71 Prozent der Noora-Nutzer reagierten folglich empathischer als vor dem Test.
