Künstliche Intelligenz: Siemens und Nvidia erweitern Partnerschaft (Bild: Pixabay/Geralt)

Der deutsche Techkonzern Siemens und der US-amerikanische Chipriese Nvidia bauen ihre Partnerschaft im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) deutlich aus. Siemens-Chef Roland Busch kündigte im Rahmen der Technikmesse CES, die noch bis 9. Januar in Las Vegas läuft, zusammen mit Nvidia-CEO Jensen Huang mehrere Initiativen an, um KI nicht nur bei der Simulation von Arbeitsabläufen und Designveränderungen einzusetzen, sondern den KI-Einsatz zudem stärker in die physische Realität zu integrieren. "Wir stehen am Anfang einer neuen industriellen Revolution", hob Huang dabei hervor.

Als konkretes Beispiel dazu wird der "Digital Twin Composer" angeführt. Dabei handelt es sich um ein neues Tool, mit dem Unternehmen physikalisch korrekte, virtuelle Abbilder (Digitale Zwillinge) ihrer Fabriken und Produkte erstellen können. Ingenieure sollen damit ganze Fabriken in Echtzeit simulieren, Roboter virtuell trainieren und Probleme lösen, bevor die echte Fabrik überhaupt gebaut wird.

Dazu gaben Siemens und Nvidia das Ziel vor, gemeinsam eine Art Betriebssystem für den Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Industrie zu schaffen. Siemens liefere dabei das Fachwissen zu den industriellen Prozessen, die Automatisierungs-Hardware und die Software, während Nvidia mit seinen Chips die KI-Infrastruktur sowie eine Simulationsplattform beisteuere.

Mit den neuen Werkzeugen soll es Busch zufolge unter anderem möglich sein, bei der Konstruktion von Zügen oder Autos nicht nur in einem virtuellen Windkanal die Aerodynamik der Fahrzeuge zu erfassen, sondern mit Hilfe der KI auch konkrete Vorschläge zur Optimierung des Designs zu erarbeiten.

Auf anderer Ebene will Siemens ausserdem mit dem US-Facebook-Konzern Meta kooperieren. Dabei gehe es um intelligente Brillen, mit denen Industriearbeiter KI-gestützte Anweisungen direkt in ihr Sichtfeld oder aufs Ohr gespielt bekommen, während sie an Maschinen arbeiten.

Mit den Keynote-Aussagen von Konzernchef Busch präsentiert sich Siemens in Las Vegas stärker als Technologieunternehmen für industrielle KI und digitalisierte Produktion denn als klassischen Maschinenbauer, also hin zu einem "Tech-Partner für KI in der realen Welt", wie es der Siemens-CEO formulierte.