Unter dem Titel "Wendepunkte in der analogen und digitalen Welt. Von der Tontafel zur künstlichen Intelligenz" ist kürzlich im Verlag De Gruyter ein neues Buch des Schweizer Autors und langjährigen Dozenten der ETH Zürich Herbert Bruderer erschienen. Inhaltlich geht es dabei um um den digitalen Wandel, die sozialen Medien, die künstliche Intelligenz, autonome Drohnen und Laufroboter sowie selbstfahrende Autos. Zur Sprache kommen ferner Quantencomputer, DNA-Speicher, der 3D-Druck, die Macht und der Einfluss der Technologieriesen.
Bei der Digitalisierungswelle und der Begeisterung für die generative künstliche Intelligenz wird laut dem Buch leicht übersehen, dass es gleichzeitig auch eine äusserst faszinierende analoge Welt gibt. So arbeite etwa das überaus leistungsfähige menschliche Gehirn analog und verbrauche dabei sehr wenig Energie. Das Werk erzählt ausführlich von Dingen, die teilweise bereits in Vergessenheit geraten sind: grossartige Musikautomaten, verblüffende Bilderuhren (mit und ohne Musikwerk), geheimnisvolle Figurenautomaten und Androiden, historische Vermessungsinstrumente, prächtige astronomische Uhren, kunstvolle Astrolabien und Armillarsphären, lehrreiche Erd- und Himmelsgloben, mechanische Webstühle, Sprech- und Schachmaschinen, Zählrahmen, Rechentische, Rechentücher, Rechenmünzen, Rechenstäbchen, Taschenrechner, Rechenwalzen, Proportionalwinkel, Reduktionszirkel, Registrierkassen, Integrieranlagen, Enigma, Turingbombe und Colossus, Tontafeln, Kerbknochen, Kerbhölzer, Knotenschnüre und Fingerzahlen. Auch der rätselhafte Abakus der Inka, die Yupana, wird mit einbezogen.
Der Band enthält über 500 Abbildungen (90 Prozent in Farbe) aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Astronomie, Vermessung, Zeitmessung und Automatenbau. Die Objekte kommen aus Afrika, Amerika, Asien, Australien und Europa, aus mehr als 20 Ländern.
Das allgemeinverständliche Buch richtet sich an alle, die Freude an der Technik- und Kulturgeschichte haben, an Laien genauso wie an Fachleute. Es ergänzt das über 2000 Seiten starke zweibändige Werk "Meilensteine der Rechentechnik" vom gleichen Verfasser, das 2020 bei De Gruyter Oldenburg in der 3. Auflage erschienen ist.
Der Autor ist Technikhistoriker und war, bevor er in den Ruhestand trat, viele Jahre als Dozent am Departement für Informatik der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich tätig. Der mehrfache Preisträger hat zahlreiche Bücher zur Informatik verfasst und und auch mehrere Beiträge für ICTkommunikation verfasst.
Herbert Bruderer: Wendepunkte in der analogen und digitalen Welt. Von der Tontafel zur künstlichen Intelligenz, De Gruyter Oldenbourg, Berlin, Boston 2026, 432 Seiten, 533 Abbildungen (90 Prozent farbig), 34 Tabellen, https://doi.org/10.5281/zenodo.17455914

