Symbolbild: Pixabay/Geralt

Die Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Graubünden, Thurgau, das Fürstentum Liechtenstein sowie der Kanton St.Gallen und deren Gemeinden haben seit Frühling 2025 an einer Analyse zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der öffentlichen Verwaltung gearbeitet. Die Ergebnisse zeigen die potenziellen Einsatzbereiche, die es in einem nächsten Schritt vertieft zu prüfen gelte.

Ziel der Analyse sei es gewesen, konkrete Einsatzmöglichkeiten von KI zu identifizieren und diese hinsichtlich ihres Potenzials zu beurteilen, teilt der Kanton St. Gallen mit. Dazu hätten die Kantone und das Fürstentum Liechtenstein eine systematische und ganzheitliche Übersicht darüber erstellt, in welchen Bereichen KI Dienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen verbessern oder Abläufe effizienter machen könne. Insgesamt wurden demnach über 120 Anwendungsfälle gesammelt, kategorisiert und beschrieben. Auch wurde für jeden Anwendungsfall eine Erstbewertung hinsichtlich des Nutzens, der Machbarkeit und möglicher Risiken vorgenommen.

Die Anwendungsfälle reichen laut Mitteilung von allgemeiner Büroassistenz über die Erteilung von Auskünften bis hin zu datenbasierten Entscheidungsunterstützung. Ausserdem wurden verschiedene KI-Funktionen wie zum Beispiel semantische Suche, Mustererkennung oder Prognoseerstellung näher betrachtet. Die Ergebnisse sind in eine interaktive Übersicht neues Fenster eingeflossen. So soll das gesammelte Wissen über mögliche Einsatzmöglichkeiten von KI in der öffentlichen Verwaltung öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Übersicht ist eine Ideensammlung und die allfällige Umsetzung eines Anwendungsfalls sei vertieft zu beurteilen.

Die Ergebnisse belegten, dass der Einsatz von KI-Systemen in der Verwaltung grosses Potenzial für effizientere und effektivere Behördenleistungen biete. Gleichzeitig sei deutlich geworden, dass diese Systeme hohen Anforderungen genügen müssten. Ein wirtschaftlicher Einsatz stelle sich zudem nur ein, wenn die Lösungen möglichst breit eingesetzt würden.

Der interkantonale Ansatz habe sich als grosser Mehrwert des Projekts erwiesen. Dadurch könnten die fünf Kantone und das Fürstentum Liechtenstein ihre Erfahrungen bündeln und Synergien nutzen. Aufgrund des Erfolgs wollen die Gemeinwesen auch in Zukunft zusammenarbeiten und die gemeinsam erstellte Sammlung und Bewertung der KI-Anwendungsfälle regelmässig überprüfen, aktualisieren und erweitern. Ebenfalls wollen sie ihre Erfahrungen in der Umsetzung von KI-Projekten regelmässig austauschen.

Auf der Grundlage der Ergebnisse der KI-Potenzialanalyse soll im Kanton St.Gallen gemeinsam mit den St.Galler Gemeinden eine Umsetzungsplanung erarbeitet werden. Diese soll dann als Grundlage für ein Programm zur Einführung und für den Betrieb von Künstlicher Intelligenz (PKI) dienen. Mit diesem Programm schafften der Kanton St.Gallen und die St.Galler Gemeinden die organisatorischen, technischen und rechtlichen Grundlagen für den verantwortungsvollen Einsatz von KI in der kantonalen Verwaltung und in den Gemeinden. Gleichzeitig werde damit der Auftrag der Finanzkommission zur Erarbeitung einer kantonalen KI-Strategie umgesetzt.